Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

06.11.2012
Nr. 173/12
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Die Rückkehr der Pinselohren

Neues Buch über den Luchs im Hans-Eisenmann-Haus vorgestellt – viel Lob für Autoren

Karl Friedrich Sinner und Dr. Marco Heurich signierten eifrig ihre zahlreich gewünschten Bücher anlässlich der Präsentation im Hans-Eisenmann-Haus

Karl Friedrich Sinner und Dr. Marco Heurich signierten eifrig ihre zahlreich gewünschten Bücher anlässlich der Präsentation im Hans-Eisenmann-Haus

2.Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl (v. rechts), die beiden Buchautoren Karl Friedrich Sinner und Dr. Marco Heurich, Gestalter Günter Moser und Verlagsleiter Wolfgang Benkhardt präsentieren voller Freude ihren Bildband: Der Luch - Die Rückkehr der Pinselohren

2.Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl (v. rechts), die beiden Buchautoren Karl Friedrich Sinner und Dr. Marco Heurich, Gestalter Günter Moser und Verlagsleiter Wolfgang Benkhardt präsentieren voller Freude ihren Bildband: Der Luch - Die Rückkehr der Pinselohren

Seit seiner Rückkehr in den Bayerischen Wald vor ziemlich genau 20 Jahren ist der Luchs in der Nationalparkregion ein Dauerthema – kein schlechtes wohlgemerkt; denn, obwohl die gefleckte Katze zu den großen Beutegreifern zählt, wurde sie schnell zum Sympathieträger in der breiten Bevölkerung, genießt Bewunderung ob ihrer Eleganz und Lebensweise selbst in weiten Kreisen der Jäger. So ein positives Image ist nicht selbstverständlich, denn immerhin ernährt er sich hauptsächlich von Rehen, die er im Überraschungsangriff schlägt.

Karl Friedrich Sinner, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald bis Frühjahr 2011 und der Wildbiologe an der Nationalparkverwaltung Dr. Marco Heurich haben dem faszinierenden Wildtier des Jahres 2011 ein Buch mit zahlreichen einzigartigen, oft atemberaubenden Fotos gewidmet und einem zahlreichen Publikum im Filmsaal des Hans-eisenmann-Hauses vorgestellt.

Die Autoren haben sich die Arbeit wirklich nicht leicht gemacht. Bayern war für dieses Buch viel zu klein, auch Deutschland hat noch nicht ausgereicht. Nein, in ganz Europa haben Marco Heurich und Karl-Friedrich Sinner für ihr Buch "Der Luchs - Die Rückkehr der Pinselohren" recherchiert und Fotos gesammelt. Die Arbeit hat sich gelohnt. In dieser Frage waren sich alle Redner bei der Vorstellung des Naturbuchs im Hans-Eisenmann-Haus im Nationalparkzentrum in Neuschönau einig.

"Der Luchs braucht unsere Hilfe", betonte Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, der das Buch mit auf den Weg gebracht hat. Für die einen sei die große Katze ein Sympathieträger, ein Synonym für wilde Natur, für die anderen ein Konkurrent im Wald, dem aktiv nachgestellt werde. "Es gibt hier viele Vorurteile, denen wir begegnen müssen. Das Buch kommt damit genau zur richtigen Zeit", meinte Dr. Leibl.  

Europäische Dimension

Die Monografie sei ein guter Baustein für die Arbeit, da sie leicht lesbar und sehr verständlich gehalten sei und nicht nur die Fachleute erreiche. "Jeder Naturliebhaber wird daran seine Freude haben", gratulierte er Dr. Marco Heurich und Karl Friedrich Sinner, der den Nationalpark von 1998 bis 2011 geleitet hat, zum Buch.

Sinner betonte, dass es richtig gewesen sei, das Buch europaweit auszurichten. "Der Luchs ist keine Besonderheit des Nationalparks Bayerischer Wald." Und der sei ohnehin angesichts der großen Reviere für den Luchs viel zu klein. "Was soll ein Fleischfresser schon anderes tun als sich von Fleisch ernähren?", meinte der Co-Autor angesichts der Nachstellungen. Er forderte zu einer sachlichen Auseinandersetzung auf und wünschte sich, dass es irgendwann wieder genauso normal zum Wald gehöre wie Dachse, Füchse und Falken. Jeder Mensch müsse sich glücklich schätzen, jemals einem Luchs in freier Wildbahn zu begegnen.

Für den Buch- und Kunstverlag Oberpfalz hat dieses Projekt der frühere Verlagsleiter Günter Moser begleitet. Er sah darin eine Bereicherung für das Buchprogramm und eine hervorragende Fortsetzung der Naturreihe, in der bereits Bücher über den Biber, den Wolf und die Wildkatze erschienen sind.

500 Tiere benötigt

Dr. Heurich, auf dem die Hauptlast dieses Buches lastete, entführte in einem Lichtbildervortrag in die faszinierende Lebenswelt der großen Katze. Bei einer Umfrage habe sich herausgestellt, dass ein Drittel der Befragten Angst vor Luchsen hätten, obwohl von ihnen für Menschen eigentlich keine Gefahr ausgehe. Die Jungen, die im Bereich des Nationalparks jährlich das Licht der Welt erblickten, würden auf seltsame Art und Weise verschwinden, was seit Jahren zu einer Stagnation der Verbreitung führe. Tot aufgefundene Tiere hätten oft Blei im Körper, was beweise, dass ihnen nachgestellt worden sei. Für ein dauerhaftes Überleben der Art seien in vernetzten Lebensräumen mindestens 500 Tiere nötig. Und davon sei man hier derzeit weit entfernt.

Das Buch, an dem rund 70 Naturfotografen mitgewirkt haben, ist ab sofort für 24,95 Euro in den beiden Läden der Nationalparkzentren, in allen Buchhandlungen, den Geschäftsstellen des Medienhauses "Der neue Tag" sowie direkt im Online-Shop des Verlags erhältlich.

ISBN-Nr.- 978 – 3 – 935719 – 66 - 7

Rainer Pöhlmann

 

Bildunterschrift:

  1. Karl Friedrich Sinner und Dr. Marco Heurich signierten eifrig ihre zahlreich gewünschten Bücher anlässlich der Präsentation im Hans-Eisenmann-Haus.
  2. Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl (v. rechts), die beiden Buchautoren Karl Friedrich Sinner und Dr. Marco Heurich, Gestalter Günter Moser und Verlagsleiter Wolfgang Benkhardt präsentieren voller Freude ihren Bildband: Der Luch - Die Rückkehr der Pinselohren. 

Fotos Rainer Pöhlmann

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