Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

04.10.2012
Nr. 158/12
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Nationalparkleiter Dr. Vogel stellt „seinen“ Nationalpark Berchtesgaden im Haus zur Wildnis vor

Dr. Vogel und Dr. Leibl - die beiden Nationalparkleiter der bayerischen Nationalparke Berchtesgaden und Bayerischer Wald. Zur Erinnerung an die Nationalpark- und Glasregion überreichte Dr. Leibl seinem Kollegen einen Glas-Auerhahn (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald).

Dr. Vogel und Dr. Leibl - die beiden Nationalparkleiter der bayerischen Nationalparke Berchtesgaden und Bayerischer Wald. Zur Erinnerung an die Nationalpark- und Glasregion überreichte Dr. Leibl seinem Kollegen einen Glas-Auerhahn (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald).

Den Besuch des Nationalparks Bayerischer Wald nutzte der Leiter des Nationalparks Berchtesgaden, Dr. Michael Vogel, zu einer öffentlichen Vorstellung „seines“ Nationalparks im Süden des Freistaats im Haus zur Wildnis. Zuvor begleitete ihn Nationalpark-Chef Dr. Franz Leibl zu besonders sehenswerten Waldlandschaften und Besuchereinrichtungen.

Bayern darf stolz sein: es besitzt gleich zwei Nationalparke, noch dazu die beiden ältesten Deutschlands. 1970 wurde der Nationalpark Bayerischer Wald eröffnet, 1978 folgte der Nationalpark Berchtesgaden. So unterschiedlich diese schützenswerten Lebensräume auch sein mögen - Vieles ist den Großschutzgebieten doch gemein, vor allem  der Schutz einzigartiger Lebensräume und der Ursprünglichkeit der Regionen.

Dr. Vogel gab Einblicke in die wissenschaftlichen Arbeiten und zeigte „einfach nur“ schöne Bilder aus dem Nationalpark Berchtesgaden. Mit 210 km² Fläche ist der Alpen-Nationalpark zwar etwas kleiner als der Nationalpark Bayerischer Wald (242 km²), allerdings steigt er höher hinauf: der Gipfel des Watzmanns liegt auf 2713m ü. NN. Ausgangsgestein ist Kalk. Im Bayerischen Wald ist man auf Gneis und Granit unterwegs. Die Höhenlage, das Ausgangsgestein und das Relief haben eine andere Pflanzen- und Tierwelt zur Folge. Typische Gebirgs-Bewohner wie Steinadler, Gämse, Steinbock und Murmeltier kommen nur in Berchtesgaden vor.

Dr. Vogel präsentierte viele Beispiele aus den Forschungsarbeiten im Nationalpark Berchtesgaden. „Die Forschung muss ein Mosaikstein sein für die Umsetzung des Nationalparkplans“, erklärt Dr. Vogel dazu. Einige Arbeiten laufen in großen Kooperationsprojekten über Landesgrenzen hinweg. Die Ergebnisse fließen dann in das Management des Nationalparks ein oder werden als Empfehlungen an Forst- und Landwirtschaft und die umliegenden Gemeinden weitergegeben. Interessant für angrenzende Gemeinden und Bewohner sind zum Beispiel Untersuchungen und Modellierungen zum Wasserhaushalt. Wie lange werden die Gletscher der Region noch bestehen? Deren Rückgang hat Auswirkungen auf die örtliche Wasserversorgung. Das Verschwinden von Dauerfrost-Böden hätte Steinschläge und Felsstürze zur Folge. „Diese ständig gefrorenen Böden sind der Klebstoff der Berge. Verschwinden sie, können ganze Hänge ins Rutschen geraten. Das ist nicht unbedeutend für anliegende Gemeinden, Wanderwege und Straßen“, erklärt Dr. Vogel. Er nennt den Nationalpark ein „großes Freiluftlaboratorium“, dessen Ergebnisse dem Schutz des Ökosystems und der Einzigartigkeit des Nationalparks dienen.

In der Managementzone des Nationalpark Berchtesgaden wird auf 1900 Hektar der Borkenkäfer-Befall bekämpft. Das sind gerade einmal neun Prozent der Nationalparkfläche. Die Naturzone hingegen umfasst bereits 66 Prozent, also mehr wie im Nationalpark Bayerischer Wald.  Im Hochgebirge ist das oft mit einem erhöhten Aufwand verbunden. Da keine neuen Wege angelegt werden sollen und wegen des Geländes auch nicht gebaut werden können, müssen Hubschrauber eingesetzt werden. Der Nationalpark macht damit pro Festmeter ein Defizit von 40 €.

Im Gegensatz zum Nationalpark Bayerischer Wald,  gibt es im Nationalpark Berchtesgaden kein Wegegebot. Das ist auch nicht notwendig: das Gelände macht das Gehen abseits der Wege oft unmöglich, ja sogar lebensgefährlich.

Alle fünf an den Nationalpark angrenzenden Gemeinden bilden den kommunalen Beirat. Im Beirat des Nationalparks Bayerischer Wald sitzen acht Gemeinden und die drei Städte Zwiesel, Grafenau und Freyung.

Nationalparke sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor der Region. Viele Besucher kommen, um die geschützte Bergwelt im Berchtesgadener Land zu erleben. Naturschutz, Forschung und Umweltbildung sind wichtige Pfeiler der Arbeit. Kommendes Jahr eröffnet das Haus der Berge, das große Informationszentrum im Nationalpark Berchtesgaden. Hier arbeiten die Nationalparke Bayerns Hand in Hand: einige Elemente für die Ausstellung werden in den zwei Betriebshöfen des Nationalparks Bayerischer Wald hergestellt.

Nach einer kurzen Diskussionsrunde verabschiedete Dr. Leibl seinen Kollegen und überreichte ihm als Erinnerung an die Nationalpark- und Glasregion einen Glas-Auerhahn als Geschenk.

Rainer Pöhlmann

Bildunterschrift:
Dr. Vogel und Dr. Leibl - die beiden Nationalparkleiter der bayerischen Nationalparke Berchtesgaden und Bayerischer Wald. Zur Erinnerung an die Nationalpark- und Glasregion überreichte Dr. Leibl seinem Kollegen einen Glas-Auerhahn
(Foto: Nationalpark Bayerischer Wald).

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