Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

22.08.2012
Nr. 130/12
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Pilztage im Haus zur Wildnis fanden sehr guten Anklang bei Schwammerlliebhabern und Experten

Zum ersten Mal veranstalteten der Nationalpark Bayerischer Wald und die Bayerische Mykologische Gesellschaft die „Pilztage“. Vier Tage lang lockte ein abwechslungsreiches Programm über 4.600 Besucher in das Haus zur Wildnis in Ludwigsthal.

Die Pilztage im Haus zur Wildnis fanden nicht nur bei Experten sondern auch bei vielen Gästen Anklang

Die Pilztage im Haus zur Wildnis fanden nicht nur bei Experten sondern auch bei vielen Gästen Anklang

Nicht nur zum Essen gut - manche Pilzart kann auch zu Hüten oder Taschen weiterverarbeitet werden

Nicht nur zum Essen gut - manche Pilzart kann auch zu Hüten oder Taschen weiterverarbeitet werden

Pilze kann man auch nutzen, um Wolle einzufärben. Dr. Ute Künkele zeigte an ihrem Stand wie das geht

Pilze kann man auch nutzen, um Wolle einzufärben. Dr. Ute Künkele zeigte an ihrem Stand wie das geht

Pilzexperte Heinrich Holzer übte sich mit Begeisterung beim Papierschöpfen

Pilzexperte Heinrich Holzer übte sich mit Begeisterung beim Papierschöpfen

„Das vielgestaltige Programm rund um den Pilz war ein voller Erfolg“, resümiert Dr. Claus Bässler, Mitarbeiter des Sachgebiets Forschung im Nationalpark Bayerischer Wald.

Gemeinsam mit der Bayerischer Mykologischen Gesellschaft hat der Nationalpark erstmals die Pilztage veranstaltet. Die Vielfalt der Arten, aber auch die Möglichkeiten der Verwendung sind beeindruckend. Jeden Tag wurden Pilze des Nationalparks und dessen Umgebung gesammelt und im Haus zur Wildnis vorgestellt. Dabei kam die stattliche Anzahl von 165 Arten zusammen. Darunter, neben allen gängigen Speisepilzen, die drei giftigsten Pilze Deutschlands: der grüne und der weiße Knollenblätterpilz, sowie der spitzgebuckelte Rauhkopf.

Die Pilzexperten fanden auch zwei ganz besondere Raritäten. „ Der Nadelholzröhrling wurde das erste Mal hier im Nationalpark nachgewiesen. Entgegen seinem Namen kommt er auch auf Laubholz vor, aber stets in Verbindung mit dem Braunporling“, erklärt Dr. Bässler. „Das Schweinsohr konnten wir im Nationalpark-Vorfeld finden. Das Besondere daran ist, dass dieser Pilz seit den 60er Jahren immer seltener und er eigentlich auf kalkigen Böden vorkommt. Hier in unserem Gebiet sind die Böden eher sauer.“

Nicht nur die Experten kamen bei den Pilztagen auf ihre Kosten. An vielen Ständen konnten sich die Besucher über die Lebensweise und Bedeutung der Pilze im Ökosystem informieren. Gerade der Nationalpark ist mit seinen abwechslungsreichen Strukturen, dem Totholz und der fehlenden Holznutzung ein wichtiger Lebensraum für Pilze. Hier bietet sich eine einmalige Möglichkeit, den Einfluss der Pilze in der Gesamtheit zu beobachten und zu verstehen.

Bei der eigens eingerichteten Pilzberatungsstelle konnten Schwammerlsucher ihre Funde begutachten lassen. Die Junior-Ranger informierten an ihrem Stand, und in das Papierschöpfen, Färben und Textilien aus Pilzfasern gaben Karin Weiner und Dr. Ute Künkele Einblicke.

Natürlich ging es auch hinaus in der Welt der Pilze. Die Experten Heinrich Holzer und Peter Karasch führten durch Wald und Flur - mit viel Begeisterung, Wissen und merkwürdigen Geschichten.

Genauso spannend waren die Vorträge von Prof. Wolfgang Nowotny und Till Lohmeyer. Dabei wurden die Besucher mitgenommen in die Dimension der Schleimpilze und bekamen eine Einführung in die Sagen und Geschichten rund um die Pilze.

Das Ferienprorgamm „Schwammerltage“ richtete sich speziell an die kleinen Pilzfreunde. Parallel zum Programm für die Großen beschäftigten sich die Kinder spielerisch mit dem Thema. 

Fachlich, wissenschaftlich, spannend und faszinierend waren die Pilztage des vergangenen Wochenendes sowohl für Pilzkundler als auch Schwammerl-Laien ein voller Erfolg.

Bildunterschriften:

Bild 1: Die Pilztage im Haus zur Wildnis fanden nicht nur bei Experten sondern auch bei vielen Gästen Anklang (Foto Thomas Kassel)

Bild 2: Nicht nur zum Essen gut - manche Pilzart kann auch zu Hüten oder Taschen weiterverarbeitet werden (Foto Dr. Franz Leibl)

Bild 3: Pilze kann man auch nutzen, um Wolle einzufärben. Dr. Ute Künkele zeigte an ihrem Stand wie das geht (Foto Thomas Kassel)

Bild 4: Pilzexperte Heinrich Holzer übte sich mit Begeisterung beim Papierschöpfen (Foto Dr. Franz Leibl)

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