Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

02.07.2012
Nr. 097/12
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Wann zieht ein neues Luchspaar in das Tier-Freigelände im Nationalparkzentrum Falkenstein ein?

Foto Luchs: Rainer Pöhlmann

Foto Luchs: Rainer Pöhlmann

Seitdem der Luchskater am 11. Februar das zweite Mal aus seinem Gehege im Tier-Freigelände des Nationalparkzentrums Falkenstein panikartig aufgrund von Störungen durch unverantwortungsvolle Besucher geflohen ist, liegt das Gehege verwaist vor. Vom Luchskater fehlt bislang jede Spur, so dass es sehr unwahrscheinlich geworden ist, das Tier wieder einfangen zu können. „Wir haben daher ein großes Interesse, das Luchsgehege möglichst bald mit einem neuen Zuchtpaar Karpatenluchse zu besetzen“, sagt Dr. Dennis Müller, der Zoologische Leiter der beiden Tier-Freigelände des Nationalparks Bayerischer Wald. Der Karpatenluchs ist die auch bei uns im Nationalpark wild vorkommende Unterart des europäischen Luchses. Allerdings ist das Neubesetzen eines Geheges nicht ganz einfach - es gibt für den in Mitteleuropa stark bedrohten Luchs als streng geschützte Tierart keinen Tiermarkt, bei dem man Tiere einfach kaufen könnte. “Unsere Haltung ist an ein internationales Zuchtprogramm angeschlossen. Die gesamte Population von Karpatenluchsen in europäischen Zoos ist dort zusammengefasst und wird durch einen Zuchtbuchführer betreut. Dieser entscheidet über die Zusammensetzung von Zuchtpaaren und die Vermittlung von Jungtieren“, erklärt Dr. Müller.

Innerhalb dieses Programms werden die Luchse am Anfang eines Jahres, ganz der Fortpflanzungsbiologie des Luchses entsprechend, verpaart. Jetzt im Juni zeigt sich der Erfolg der Verpaarungen, und die Meldungen über erfolgreiche Nachzuchten gehen beim Zuchtbuchführer ein. Aus dem diesjährigen Luchsnachwuchs wird der Nationalpark voraussichtlich ein neues Paar erhalten. Allerdings lässt man den jungen Luchsen sechs Monate Zeit, bevor man sie von ihren Eltern trennt. „Unter diesen Umständen würden wir erst Ende des Jahres neue Luchse bekommen. Sollte jedoch mehr als eines der Zuchtpaare aus dem Zuchtprogramm nicht erfolgreich nachgezogen haben, werden wir ein neu zusammengesetztes Paar aus anderen Zoos erhalten. Die Entscheidung darüber steht noch aus. Wir stehen jedoch in engen Kontakt mit dem Zuchtbuchführer und werden zeitnah informieren, sobald Näheres über die neuen Luchse für das Luchsgehege im Tier-Freigelände des Nationalparkzentrums Lusen feststeht“, berichtet Dr. Müller.

Zwischenzeitlich sind die Baumaßnahmen am Luchsgehege im Gange, um sicherzustellen, dass die künftigen Bewohner ausreichende Rückzugsmöglichkeiten haben werden. Zu diesem Zweck wird ein Abweiszaun in dem ohnehin für Besucher gesperrten hinteren Bereich des Geheges errichtet. Für die vielen vorbildlichen Besucher und Tierfreunde, die die Ansprüche der Luchse an geeignete Rückzugsmöglichkeiten respektieren, werden sich durch diese Maßnahme keine Beeinträchtigungen beim Beobachten der Luchse ergeben.

Rainer Pöhlmann

Foto Luchs: Rainer Pöhlmann

 

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