Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

12.04.2012
Nr. 049/12
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Wölfe im Yukon - viel mehr als nur ein Buch

Das Wolfsland des Yukon-Territorium im Nordwesten Kanadas wird von weiten Ebenen und Hochgebirgen bis fast 6000 Meter Höhe geprägt

Das Wolfsland des Yukon-Territorium im Nordwesten Kanadas wird von weiten Ebenen und Hochgebirgen bis fast 6000 Meter Höhe geprägt

Der Der Wildbiologe und Buchautor Bob Hayes bei seinem Vortrag im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald

Der Der Wildbiologe und Buchautor Bob Hayes bei seinem Vortrag im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald

Wölfe in Yukon Reproduktion

Wölfe in Yukon Reproduktion

Großen Andrang gab es bei der Buchvorstellung "Wölfe im Yukon" von Bob Hayes und dem Übersetzer Ulrich Wotschikowsky im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald.

In Superlativen schwärmte Ulrich Wotschikowsky, den so mancher noch aus seiner Zeit als früheren stellvertretenden Leiter des Nationalparkamtes kannte, als er von der fesselnden Geschichte des Kennenlernens von Bob Hayes, dem Yukon und seinen Wölfen sprach: "Wolf und Yukon sind nicht überbietbar. Es ist die letzte große verbliebene Wildnis der nördlichen Halbkugel, aber bestens erforscht - dank Bob Hayes".

Wer bei dem Wort Yukon nur an den gleichnamigen großen Fluss und an Alaska denkt, liegt allerdings falsch. Yukon ist ein Territorium Kanadas im äußersten Nordwesten. Es ist 1,3mal größer als die Bundesrepublik Deutschland und besitzt mit 5 959 Metern den höchsten Berg Kanadas. Nur 30 000 Einwohner stehen 5 000 Wölfen, den größten ihrer Art auf dieser Erde, gegenüber.

Dieses Land mit seinen ungeheueren Gegensätzen faszinierte den Wildbiologen Bob Hayes so sehr, dass er über zwanzig Jahre lang die bereits best erforschte Tierart der Welt beobachtete, mit modernen Methoden noch tiefer in das Leben wilder Wölfe eintauchte und seine Erkenntnisse in einem spannenden aber unglaublich einfach zu verstehenden Buch niederschrieb.

Der Leser erfährt sehr viel über die Geschichte des Gebietes und dem Schicksal seiner Wölfe, lernt die wichtige Rolle dieser großen Beutegreifer in der letzten verbliebenen Wildnis der nördlichen Halbkugel zu verstehen und darf mit nach Hause nehmen, dass ein einziges Buch, dieses Buch von Bob Hayes, positiven Einfluss auf die Erstellung eines Managementplans zu Gunsten der Wölfe in diesem wilden Land nahm.

Bob Hayes fesselte seine Zuhörer, nahm sie mit auf eine Reise durch das Wolfsland Yukon, lies sie teilhaben an seinen Forschungen und teils abenteuerlichen Erlebnissen.

Ulrich Wotschikowsky, der selber über mehrere Wochen die Forschungsarbeiten vor Ort begleitete, wurde seiner Aufgabe als Dolmetscher im Saal mehr als gerecht, ließ nicht selten seine eigene Leidenschaft als Wildbiologe erkennen, so dass dem gespannten Zuhörer die fesselnden Berichte fast authentisch erschienen, als ob er sie gerade eben selbst erlebte.

Sieben Monate Eiseskälte, meterhoch der Schnee und als Beutetiere nur Elche, Karibus und früher Bisons - unter diesen Bedingungen zu überleben, bedurfte es einer biologischen Anpassung. Nur die Stärksten konnten sich behaupten: der Yukonwolf entwickelte sich zum größten Tier seiner Art  - bis 70 Kilogramm schwer und mit riesigen, männerhandgroßen Fährten. 500 dieser Yukonwölfe hat Bob Hayes mit Hilfe von Helikoptern und Narkosegewehr gefangen, 450 mit Halsbandsendern versehen und damit die Grundlage geschaffen, Einblicke in 150 Wolfsrudel zu gewinnen. Dabei hat er 1 500 Elchrisse untersucht, aber wegen der nächtlichen Jagd nur zweimal miterlebt, wie Wölfe Elche jagen.

Nur die beiden Elterntiere des maximal zehn Mitglieder umfassenden Rudels töten den Elch, nachdem das Rudel die Beute aus dem Wald auf die Freifläche getrieben hat. Drei bis vier Tage reicht ein Elch für das ganze Rudel und "muss" auch noch ungezählte Kolkraben ernähren!

Dem aus Freyung stammenden Wolfsforscher Christoph Promberger war es schließlich gelungen herauszufinden, welch bedeutsame Rolle Kolkraben bei der "Beuteverteilung" besitzen. 25 Kilogramm Fleisch pro Tag verzehren zwanzig bis dreißig Kolkraben. Diese unterstützen dafür die Wölfe bei der Elchjagd, indem sie aus der Vogelperspektive Elche ausfindig machen! Man könnte meinen: Perfekt! Wenn da die Lobbyisten der Landesentwickler nicht wären! Gegen den Willen der Bevölkerung möchte die Regierung die Region am Yukon urbanisieren. Tagesausflüge in die Wildnis vom Hotelzimmer weg. Wölfe erleben für Jedermann. Das lockt Besucher und bringt Geld.

Davon sichtlich bewegt bleibt Bob Hayes nur die Hoffnung, dass bei den Verantwortlichen die Erinnerung erwacht an die dramatischen Vergiftungsaktionen an den Wölfen und die hemmungslose Trophäenjagd auf Elche ab etwa 1920. Gedacht als lenkende Eingriffe brachten sie das in jahrtausenden bestens aufeinander abgestimmte Ökosystem Wolf - Elch nutzlos an den Rand des Zusammenbruchs.

"Wölfe im Yukon" - dieses Buch schafft es vielleicht, wie es schon einmal seinem Verfasser gelungen war, die Wende zu bewirken. Denn wer es gelesen hat, die atemberaubenden Berichte mitfiebert, wird ganz zwangsläufig eine neue Einstellung zu Wölfen und Wildnis erhalten, ob er will oder nicht.

Mehr Informationen gibt es unter www.woelfeimyukon.de. Das Buch ist unter der ISBN-Nummer 978-3-00-037130-1 registriert und zum Preis von 19,90 € und im Versandhandel unter woelfeimyukon@t-online.de zu beziehen.

Rainer Pöhlmann

Bildunterschriften:

Das Wolfsland des Yukon-Territorium im Nordwesten Kanadas wird von weiten Ebenen und Hochgebirgen bis fast 6000 Meter Höhe geprägt. Reproduktion
Foto Bob Hayes.

Der Wildbiologe und Buchautor Bob Hayes bei seinem Vortrag im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald
Foto Rainer Pöhlmann

Wölfe in Yukon Reproduktion
Foto Philip Merchant

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