Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

07.07.2011
Nr. 098/11
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25 Jahre Waldgeschichtliches Museum St. Oswald

Grundsteinlegung für das Waldgeschichtliche Museum mit Ministerpräsident Franz Josef Strauß (v. l.), Bürgermeister Schmutzer und Geschäftsleitendem Beamten Schober (Foto: Archiv WGM).

Grundsteinlegung für das Waldgeschichtliche Museum mit Ministerpräsident Franz Josef Strauß (v. l.), Bürgermeister Schmutzer und Geschäftsleitendem Beamten Schober (Foto: Archiv WGM).

Eröffnung des Waldgeschichtlichen Museums (Foto: Archiv WGM)

Eröffnung des Waldgeschichtlichen Museums (Foto: Archiv WGM)

Darstellung der Holztrift in einer früheren Ausstellung (Foto: Archiv WGM)

Darstellung der Holztrift in einer früheren Ausstellung (Foto: Archiv WGM)

Schauvorführung am Glasofen (Foto: Archiv WGM)

Schauvorführung am Glasofen (Foto: Archiv WGM)

Am 10. Juli 1986 eröffnete Staatsminister Dr. Hans Eisenmann das Waldgeschichtliche Museum in St. Oswald, das in diesem Vierteljahrhundert bereits eine wechselvolle Zeit erlebte.

Schon vor der Gründung wurde dem Museum ein ehrgeiziges Ziel vorgegeben: es sollte die Natur-, Nutzungs- und Kulturgeschichte der Region des Bayerischen- und Böhmerwaldes möglichst umfassend darstellen. Das Museum war somit als Pendant zum Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau gedacht, dass den Nationalpark zum Thema hatte.Doch es zogen viele Jahre ins Land, bis diese Idee realisiert werden konnte.

Der heutige Altbürgermeister und Ehrenbürger der Gemeinde, Georg Schmutzer, hat viele Jahre gekämpft, bis endlich die zuständigen Ministerien in München grünes Licht gaben und das Projekt finanziert werden konnte. Am 30. September 1982 legte schließlich der damalige Ministerpräsident Franz Josef Strauß den Grundstein für das Museum.

Ein Jahr später unterzeichneten die Gemeinde und die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald eine „Vertragliche Vereinbarung über die fachliche Beratung beim Bau, der Einrichtung und dem Betrieb des Waldgeschichtlichen Museums“.

Nach dreieinhalbjähriger Bauzeit konnte dann Landwirtschaftsminister Dr. Hans Eisenmann das Museum am 10. Juli 1986 mit einer ersten provisorischen Einrichtung eröffnen. Erklärtes Ziel aller Beteiligten war, zu diesem Zeitpunkt, nach der Eröffnung und Inbetriebnahme des Museums, die eigentliche Einrichtung unter Beteiligung von Spezialisten zu planen und schrittweise umzusetzen.

Doch es kam anders: die Gemeinde St. Oswald-Riedlhütte war mit der Finanzierung des laufenden Betriebes und der Umsetzung der geplanten Einrichtung überfordert. Nach längerem Hin und Her hat schließlich der Nationalpark 1988 über die Projektberatung hinaus auch das Personal übernommen und immer wieder  Wechselausstellungen und Kunstausstellungen organisiert, die verhältnismäßig einfach und erschwinglich waren.

Aber auch Spezialthemen wurden aufgearbeitet, wie etwa „600 Jahre Kloster St. Oswald“, „550 Jahre Glashütte am Reichenberg“ oder „Geschundenes Glas“ usw.

Diese Präsentationen waren vergleichsweise aufwändig, konnten aber überwiegend in Eigenleistung realisiert werden. Insgesamt hat das Museum bisher über 70 Ausstellungen gezeigt.

Ein Besuchermagnet des Hauses war bis Ende des Jahres 2005 die Vorführung am Glasofen. Der Glasmacher Josef Wolf aus Riedlhütte hat dort den interessierten Gästen hautnah die Glasherstellung vorgeführt.

Neben der Ausstellungsfunktion hat im Museum eine Vielzahl verschiedenster Veranstaltungen stattgefunden. Darunter waren auch einige für die Region wichtige Tagungen; hier wurde die Nationalparkorganisation EUROPARC gegründet. Und in einer der wichtigsten Sitzungen des Nationalpark-Beirates wurde hier entschieden, die natürliche Waldentwicklung zu schützen und nicht einzugreifen.

Besonders erfolgreich war und ist die von Herrn Dr. Scherzinger initiierte wissenschaftliche Vortragsreihe, wo Wissenschaftler aus ihren aktuellen Forschungen im  Nationalpark berichten.

Nicht zuletzt ist das Museum zu einem Veranstaltungsort für örtliche Vereine geworden.

Von Anfang an war das Museum auch Nationalparkinformationsstelle. Hier erhalten interessierte Gäste und Einheimische aktuelle Informationen über die beiden Nationalparke Bayerischer Wald und Böhmerwald, Informationsmaterial und vor allen Dingen Tipps und Beratung wie der jeweilige Urlaubsaufenthalt in der Nationalparkregion geplant und organisiert werden könnte.

2006 wurde dann die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit ermächtigt, das Museum zum symbolischen Kaufpreis von einem Euro zu erwerben. Gleichzeitig wurde aber auch vereinbart, dass – da sich der Staat nichts schenken lässt – der Verkehrswert der Museumsanlage in Höhe von 1,35 Millionen Euro in die Sanierung des Gebäudes, sowie in die neuen Ausstellungen zu investieren. Seit dem Kauf des Museums wurde das Gebäude, vor allem im Hinblick auf Brand- und Katastrophenschutzvorkehrungen modernisiert.

Ein spezielles Förderprogramm „zur Reduktion von CO²-Emissionen aus staatlichen Gebäuden“ konnte genutzt werden, um einen Heizungs-, Werkstatt- und Lagerkeller anzubauen und die veraltete Ölheizung zu einer modernen Holzpellet-Anlage umzurüsten.

Mit der Sanierung bot sich nun die Möglichkeit, eine neue dauerhafte Ausstellung zu konzipieren, die „Waldgeschichte“ in möglichst vielen Facetten erzählt; von der Entstehung und Entwicklung der Landschaft, über die Geschichte des Waldes bis hin zur Kulturgeschichte des Bayerischen- und Böhmerwaldes. Damit wird auch der Forderung Rechnung getragen, der Nationalpark solle Schnitt- und Angelpunkt zwischen Natur und Kultur einer Region bilden.

Doch zunächst galt es die Finanzierung des Projekts zu sichern. Insgesamt schlägt die Maßnahme „Waldgeschichtliches Museums St. Oswald“ mit 2,65 Millionen Euro zu Buche, davon allein 1,63 Millionen Euro für die Ausstellung. Eine Summe, die nur Dank zahlreicher Sponsoren gestemmt werden kann. Neben dem Eigenanteil des Freistaates waren es vor allem Gelder aus dem EU-Förderprogramm INTERREG IVa, der Stihl-Stiftung, der Bayerischen Sparkassenstiftung und etwa dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, welche die Realisierung des Projekts ermöglichten.

Mitte 2009 konnte mit den Planungen und mit dem Einbau der neuen Ausstellung im Erdgeschoß begonnen werden. Dort wird nun seit dem 17. September 2010 die Naturgeschichte der Region Bayerischer- und Böhmerwald erzählt.

Da vor allem Kinder, Jugendliche und Familien angesprochen werden sollen, waren schon bei den Vorüberlegungen Schüler umliegender Schulen eingeladen, ihre Ideen einzubringen. Ein Ergebnis davon ist der begehbare Baum, der nun im Museum die drei Stockwerke verbindet – von den Wurzeln im Untergeschoß bis zum Vogelnest in der Astkrone im Obergeschoß des Museums.

Bereits fertig umgebaut ist ebenfalls das Foyer, das in Zukunft eine digitale Regionalinfo zu den Highlights der Region bietet. Der medientechnisch voll ausgestatte Filmsaal bietet nun die Möglichkeit jede Form von Veranstaltung durchzuführen: vom Theater über Filmvorführungen bis zu wissenschaftlichen Vorträgen. Damit ist das Waldgeschichtliche Museum fester Bestandteil kulturellen Lebens in der Region.

Unmittelbar nach Wiedereröffnung des Museums begannen bereits die Überlegungen und Planungen für den nächsten Abschnitt: das Untergeschoß. Es soll bis Ende 2011 fertig gestellt werden. Hier werden die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft der Nutzung des Waldes und der Region diskutiert.
Die Ausstellung zur Kulturgeschichte im Obergeschoss macht dann 2012 das Museum komplett.

Damit wird das Waldgeschichtliche Museum St. Oswald nach seiner Fertigstellung die Natur-, Nutzungs und Kulturgeschichte der Region umfassend präsentieren. So schließt sich der Kreis zu den Zielen von vor 25 Jahren.

In der Tradition des Waldgeschichtlichen Museums St.Oswald werden auch in Zukunft ständig wechselnde Kunstausstellungen organisiert: ab Mitte Juli stellt der Künstler Dr. Peter Schloth seine Werke im Obergeschoß des Waldgeschichtlichen Museums aus.

Bildunterschriften:

Foto Grundsteinlegung:
Selbst Ministerpräsident Franz Josef Strauß (links) kam zur Grundsteinlegung für das Waldgeschichtliche Museum 1983 nach St. Oswald. Daneben Bürgermeister Georg Schmutzer mit Amtskette und der Geschäftsleitende Beamte Ludwig Schober.

Foto Eröffnung:
Der Eröffnung des Waldgeschichtlichen Museums im Jahr 1986 wohnten der damalige Bayerische Forstminister Dr. Hans Eisenmann (Mitte) und rechts im Vordergrund Landrat Franz Schumertl sowie Nationalparkleiter Dr. Hans Bibelriether bei.

Foto Trift:
Sehr anschaulich wurde die Holztrift in den ehemaligen Ausstellungen dargestellt.

Foto Schauvorführung am Glasofen:
Die Schauvorführungen am Glasofen des Waldgeschichtlichen Museums mit Glasmacher Josef Wolf lockten stets viele Besucher an.

Alle Fotos: Archiv Waldgeschichtliches Museum

Pressefotos allgemein zum Download unter:
http://www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de/aktuelles/mediathek/index.htm

Weitere Informationen zum Waldgeschichtlichen Museum unter: http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/besucherinfo/besuchereinrichtungen/wgm_st_oswald/index.htm  

Pressefotos allgemein zum Download


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