Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

27.05.2011
Nr. 076/11
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31 Menschen der Region von der Nationalparkverwaltung erfolgreich zum Waldführer ausgebildet

Schön aufgereiht: die neuen Waldführer auf totem Holz 
Foto: Veronika Müller

Schön aufgereiht: die neuen Waldführer auf totem Holz Foto: Veronika Müller

Alljährlich im Frühjahr, nunmehr zum 23 Mal biete die Nationalparkverwaltung unter der Leitung von Bildungsreferent Lukas Laux eine zwei Wochen dauernde Ausbildung zum Waldführer an.

In diesem Jahr haben 31 Personen, überwiegend aus der Region stammend, an diesem Intensiv-Kurs teilgenommen. Insgesamt hat die Nationalparkverwaltung bereits weit über 500 zertifizierte Waldführer hervorgebracht. Viele davon sind auch heute noch im Einsatz bei Führungen und Betreuungen aller Art im Nationalpark – vom Baumwipfelpfad bis zu Kinderveranstaltungen.

Deshalb müssen die Waldführer auch ein umfassendes Wissen über den Nationalpark besitzen. Entsprechend umfangreich ist ihre Ausbildung. Den neuen Waldführern wurde die Borkenkäferproblematik mit anschließendem Walderneuerungsprozess gezeigt und erklärt. Die gesamte Waldökologie mit all ihren Vernetzungen vor Augen geführt und auch das spezielle Wildtiermanagement im Nationalpark vorgebracht.

Warum erlegt man Hirsche und Wildschweine, aber keine Füchse und Marder? Solche Fragen sind Waldführer immer ausgesetzt. Eine gute Antwort darauf wird von den Nationalparkgästen einfach erwartet.

Das gleiche gilt natürlich auch rund um die Folgen von Orkan Kyrill im Januar 2007. Hauptsächlich war damals das Falkenstein-Rachel-Gebiet betroffen. Auch darauf müssen die Waldführer Fragen nach dem Liegenlassen von 5 größeren Sturmflächen einerseits und der Aufarbeitung mit Großmaschinen andererseits gut präpariert beantworten können und Diskussionen souverän bestehen.

Die aktuelle Situation im Nationalpark Šumava und der Umfang der Zusammenarbeit mit dem tschechischen Nachbarn stand ebenso auf dem Lehrplan wie die facetten- und umfangreiche Bildungsarbeit der Nationalparkverwaltung.

Mit großem Interesse verfolgten die angehenden Waldführer die dargelegten Methoden der Forschungsarbeit und vernahmen mit Erstaunen, welchen Umfang inzwischen das Netzwerk der Regionalentwicklung angenommen hat. Pro Nationalpark Gruppen, Nationalpark-Partner, WaldZeit oder das Projekt Tierisch wild seien stellvertretend genannt.

Die Vorstellung der Besucherschwerpunkte im Nationalpark, z. B. das Haus zur Wildnis, das Hans-Eisenmann-Haus oder die Tierfreigelände und natürlich der Baumwipfelpfad durfte selbstverständlich nicht fehlen im Ausbildungsprogramm.

Aber, was nützt ein großer Wissensstand über den Nationalpark ohne eine entsprechende Rhetorik? – nicht viel. Das „wie erzähle ich es meinen Gästen“, damit diese „Feuer fangen“, damit der Funke überspringt ist das Entscheidendste. Deshalb nahm auch der Punkt „Führungsdidaktik“ einen zentralen Rahmen ein.

„Endlich geschafft“, hieß es dann nach elf stressigen Tagen beim Abschlussabend am Glasofen mit Zertifikatsüberreichung durch den Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl der die erbrachten Leistungen entsprechend würdigte:
„Waldführer fungieren als wichtiges Bindeglied zwischen der Nationalparkverwaltung und den Gästen. Sie sind die Gesichter, mit denen der Nationalpark in Verbindung gebracht wird. Es ist eine tolle Sache, dass sich so viele Leute aus der Region bereit erklären, die ehrenamtliche Aufgabe eines Waldführers zu übernehmen!“

In heiterer Atmosphäre, erleichtert und auch stolz auf das geleistete gab es noch vielfältige Resümees der frischgebackenen Waldführer.

Irma Hermann aus Bayerisch Eisenstein: „Die Waldführerschulung hat mir gezeigt, dass fachliches Wissen, in diesem Falle über die Waldökologie, auch auf eine angenehme, lockere, fast meditative Art übermittelt werden kann.“

Sonja Berndl aus Deggendorf: „Für mich war die Waldführer-Ausbildung rundum spannend und informativ. Für Führungen und Diskussionen fühle ich mich gut gerüstet. Die Waldführerausbildung kann ich nur empfehlen.“

Diana Thiele aus Neuhaus: „Durch die Waldführerschulung sind wir nun für die kommenden Aufgaben gerüstet. Ich finde, dass die Waldführer auch eine total wichtige Rolle übernehmen, da sie ja tatsächlich das Bindeglied zwischen der Nationalparkverwaltung und den Gästen und Touristen darstellen.“

Monika Deuschinger aus Neuschönau u. a.: „Ich bin mit dem Nationalpark aufgewachsen und war schon immer fasziniert davon. Die Begeisterung, aber auch die massive Kritik der Bevölkerung habe ich miterlebt. Durch den Waldführerlehrgang habe ich das nötige Hintergrundwissen, um den Einheimischen die Philosophie des Nationalparks näher zu bringen. Es ist mir wichtig, möglichst viele Menschen für das Motto „ Natur Natur sein lassen“ zu gewinnen.

Mit einem gemeinsamen Abendessen, musikalischen Vorträgen und Darbietungen der neuen Waldführer  klang die Schlussveranstaltung in gemütlicher Runde und sehr positiver Resonanz aus.

Bildunterschrift
Schön aufgereiht: die neuen Waldführer auf totem Holz
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