Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

21.04.2011
Nr. 062/11
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Sinners letzte Personalversammlung im Nationalpark Bayerischer Wald

Nationalparkleiter Sinner (links) und Personalratsvorsitzender Schwarz (rechts) gratulieren den (v. l.) zum Forstrat beförderten Reinhold Weinberger, Gerlinde Müllner zum „Runden Geburtstag“ und Dr. Heinrich Rall zum 40-jährigen Dienstjubiläum.
Foto Rainer Pöhlmann

Nationalparkleiter Sinner (links) und Personalratsvorsitzender Schwarz (rechts) gratulieren den (v. l.) zum Forstrat beförderten Reinhold Weinberger, Gerlinde Müllner zum „Runden Geburtstag“ und Dr. Heinrich Rall zum 40-jährigen Dienstjubiläum. Foto Rainer Pöhlmann

Ein mit interessierten Mitarbeitern gefüllter Saal im Hans-Eisenmann-Haus, ein dicht gedrängtes Programm mit Rückblicken und Ausblicken auf arbeitsreiche Zeiten ließen eigentlich auf eine Personalversammlung in gewohntem Rahmen schließen. Doch diesmal standen die Zeichen anders, ließen Wehmut erkennen: es war die letzte Personalversammlung in der 13-jährigen Amtszeit des scheidenden Nationalparkleiters Karl Friedrich Sinner.

Wie üblich hatte zunächst der Vorsitzende des Personalrats der Nationalparkverwaltung Bruno Schwarz das Wort. Nach seiner Begrüßung und dem Aufruf zu einer Schweigeminute für die seit der letzten Personalversammlung verstorbenen Mitarbeiter Therese Wiesmann, Neuschönau (95 Jahre), Josef Schmid, Buchenau (79 Jahre) und Bernhard Schreder, Rabenstein (81 Jahre), berichtete er aus der Tätigkeit des Personalrats in sechs Sitzungen mit einem weit gespannten Themenfeld, das von Kriterien  für Dienstfahrten, Abgabe von Beamtenstellen an den Nationalpark Berchtesgaden, welche keine Zustimmung beim Personalrat fand, der Einführung von Arbeitszeitkonten bis zu den Sparbeschlüssen der Staatsregierung reichte.
Erfreut zeigte sich Personalratsvorsitzender Schwarz von der vorgesehenen Übernahme der vier Azubis bei entsprechender Abschlussprüfung und der vorgesehenen Einstellung von weiteren Azubis bei günstigen Rahmenbedingungen.
In einem Rückblick auf die jetzt auslaufende 5-jährige PR-Periode nannte Schwarz die stolzen Zahlen der in diesem Zeitraum erfolgten 22 unbefristeten und 58 befristeten Neueinstellungen von Mitarbeitern sowie 11 Azubis.

Nach der Vorführung des von der Nationalparkverwaltung in Auftrag gegebenen Filmes: „Die Geburt einer Walswildnis“ stellte sich der seit 01.01.2011 zuständige neue Betriebsarzt Dr. med. Christoph O. Hiendl als medizinischer Berater der Nationalparkverwaltung vor – nicht Hausarzt, wie er schmunzelnd ausführte.
Sein kurzweiliger Vortrag umfasste das Thema Stress am Arbeitsplatz, der sich unter Umständen auch auf den privaten Bereich ausdehnen kann.
Sein Fazit: Erfolgreiche Stressbewältigung lässt sich am Besten durch Eigeninitiative erreichen, „also nicht hängen lassen sondern selbst tätig werden“.
Das mit viel Spannung und Neugier erwartete Hauptreferat stand wie immer dem Nationalparkleiter zu. Leitender Forstdirektor Sinner begann seinen Vortrag mit den Höhepunkten der vergangenen vier Monate im Nationalpark Bayerischer Wald, die von der Wiedereröffnung der neuen Ausstellung: „Weg in die Natur. Eine Geschichte von Wald und Menschen“ im Hans-Eisenmann-Haus durch den Amtschef des Bayerischen Umweltministeriums, Ministerialdirektor Lazik und der gleichzeitigen Inbetriebnahme des Cafe Eisenmann ihr Glanzlicht hatte.
Dass damit die Baumaßnahmen am Hans-Eisenmann-Haus nicht beendet sein dürfen, daran ließ Sinner keine Zweifel aufkommen. „Die geplante Waldwerkstatt mit Arbeits- und Gestaltungsmöglichkeiten für Kinder und Eltern als Anbau am Hans-Eisenmann-Haus muss, wie es auch das kürzlich stattgefundene Symposium „natur: darstellen“ als Forderung herausstellte, so bald wie möglich verwirklicht werden“, machte Sinner deutlich. Leise aufkommende Kritik an den neuen Ausstellungen wies Sinner zurück. „Die Ausstellung ist im Team entstanden und steht in Kontext zu den Ausstellungen im Haus zur Wildnis und Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald. Bei den Inhalten der Ausstellungen fanden Besucherbefragungen ebenso Berücksichtigung wie Wünsche aus der Bevölkerung“, erklärte der Nationalparkchef und stellte einen plakativen Vergleich auf: „die Ausstellung läd den Gast nicht nur einmal sondern für weitere Besuche ein. Auch in einem guten Restaurant macht es wenig Sinn, sich an einem Abend durch die ganze Speisekarte durchzuessen.“

Anschließend stellte der Nationalparkleiter die bereits vollendeten oder in diesem Jahr zu verwirklichenden Projekte vor. So wurde die Naturkneippanlage bei Spiegelau generalsaniert mit Hauptaugenmerk auf eine behindertenfreundliche Benutzung. Fast fertig ist der neue, für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen angelegte Rundweg durch das Tierfreigelände bei Neuschönau. Aus dem Bereich Naturschutz konnte Sinner von den erfolgreichen Renaturierungsmaßnahmen am Reschbach, dem weiteren Ausbau von umweltproblematischen Teerdecken auf Forststraßen und der bevorstehenden Sanierung der Knotenbachklause mit dem Ziel einer Wasserflächenvergrößerung berichten. Ein Rückbau nicht mehr benötigter Forststraßen im Falkenstein-Rachel-Gebiet erfolgt parallel zur alljährlichen Ausweisung neuer Naturzonen. Neu gestaltet wird im Osten des Nationalparks das Waldgeschichtliche Wandergebiet.

Aus dem Forschungsbereich sprach Sinner die heuer nach fünf Jahren wieder durchzuführende Hochlageninventur und die Borkenkäferforschung an. Demnach erfolgt ein Neubefall durch den Buchdrucker zu 92 % innerhalb der 500-Meter-Zone. „Mit der im Durchschnitt 800 Meter breiten Waldschutzzone im Randbereich des Nationalparks sind wir somit auf der sicheren Seite“, stellte der Nationalparkchef fest.
Dennoch gibt es laut Sinner im Bereich Waldmanagement auch in diesem Jahr eine klare Vorgabe. Und die lautet: Intensive Käferkontrolle außerhalb der Naturzonen mit rechtzeitiger und konsequenter Bekämpfung bei Befall.
„Dabei entsteht allerdings ein Spannungsfeld“, verdeutlichte der Nationalparkchef. „Viele Nationalparkbesucher im Falkenstein-Rachel-Gebiet sind enttäuscht darüber, dass in einem Nationalpark großflächig Borkenkäferbekämpfung mit optisch wenig ansprechenden Bildern durchgeführt werden muss“.
Auch die bisher gewonnenen Forschungsergebnisse über die Auswirkung auf Pilze, die Vogel- und Käferwelt sprechen gegen das praktizierte Waldmanagement. „Aber“, so Sinner, „der Wald wird die Eingriffe überleben wie Stürme“ und zitierte den früheren Landrat von Grafenau Karl Bayer, der schon vor der Nationalparkgründung sagte: Der Nationalpark wird niemals fertig sein.
Abschließend berichtete der Nationalparkleiter von einem ersten Arbeitstreffen mit dem neuen Leiter des Nationalparks Šumava, Direktor Jan Stráský. Es wurden offen Probleme und Differenzen in der Entwicklung des Nachbarnationalparks angesprochen, z. B. das Fehlen von Wanderwegen in den Naturzonen des Nationalparks, was natürlich zu Akzeptanzproblemen in der Bevölkerung führt.

Einig war man sich über die Verlängerung der bestehenden grenzüberschreitenden Wanderwegverbindungen um ein Jahr. Nach Vorlage der Ergebnisse des diesbezüglichen Auerhuhnmonitorings in diesem Sommer soll eine Neuregelung erfolgen.

Mit einem Dank an alle Mitarbeiter für 13 gute und erfolgreiche Jahre, insbesondere dem Personalratsvorsitzenden Bruno Schwarz und seiner „rechten Hand“, Chefsekretärin Sylvia Nodes verabschiedete sich der Nationalparkchef und fügte seinen Ausspruch vom Beginn seiner Zeit als Nationalparkleiter an: „Achten Sie auf sich selbst und, es gibt ein Leben auch außerhalb des Nationalparks“.

Forstrat Weinberger berichtete über zwei erfolgreich durchgeführte Rettungsübungen, bei denen Unfälle von Waldarbeitern nachgestellt wurden. Eine funktionierende Rettungskette hatte zur Folge, dass in einem Fall die Rettungswacht bereits 26 Minuten nach der Alarmierung am Unfallort eintraf.

Hubert Döringer referierte zum Thema Arbeitssicherheit in der Nationalparkverwaltung und gab bekannt, dass 105 Mitarbeiter an einer Ersthelferausbildung teilnahmen und arbeitsmedizinische Untersuchungen anstanden.
Mit zwei Arbeitsunfällen leichterer Art ging das Winterhalbjahr glimpflich zu Ende.

Abschließend informierte Branchensekretär der IG Bau Günter Busch alle Teilnehmer über die ansehnlichen Tarifabschlüsse für dieses und nächstes Jahr für die Beschäftigten des TV-Länder und gab Hoffnung auf einen ähnlich guten Abschluss für den Bereich TV-Forst.

Bildunterschrift:
Nationalparkleiter Sinner (links) und Personalratsvorsitzender Schwarz (rechts) gratulieren den (v. l.) zum Forstrat beförderten Reinhold Weinberger, Gerlinde Müllner zum „Runden Geburtstag“ und Dr. Heinrich Rall zum 40-jährigen Dienstjubiläum.
Foto Rainer Pöhlmann

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