Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

15.11.2010
Nr. 148/10
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40 Jahre Nationalpark Bayerischer Wald

Die ganze Region feierte das Jubiläum mit

Es war, so berichteten ältere Besucher, wie bei der Eröffnung des Nationalparks Bayerischer Wald: Kaiserwetter und Tausende von Gästen aus Nah und Fern kamen, um zu feiern – diesmal den 40. Geburtstag.
Vier Tage lang drehte sich rund um das Nationalparkzentrum Lusen alles um das Jubiläum von Deutschlands erstem und mit Abstand bekanntestem Nationalpark. 

Der Festakt
Natürlich ließ es sich unser Umweltminister Dr. Markus Söder nicht nehmen, nach der Begrüßung durch Nationalparkleiter Karl Friedrich Sinner eine erfrischende, mit viel Beifall bedachte Festrede zu halten, in der unser Minister den Nationalpark Bayerischer Wald als eine Erfolgsgeschichte des Bayerischen Naturschutzes für Natur und Mensch bezeichnete und – in Bezug auf dessen vitale Natur – von einem „Fort Knox“ Bayerns sprach, in dem dieser Schatz für die kommenden Generationen bewahrt wird. Er betonte auch, dass bereits jetzt auf 12.500 Hektar – und bis zum Jahr 2027 kommen jährlich ca. 300 Hektar hinzu – das Prinzip „Natur Natur sein lassen“ gilt. Dadurch wird, so der Minister, der Nationalpark Bayerischer Wald zu einem bedeutenden Rückzugsraum, in dem rund 2.500 Tier-, 800 höhere Pflanzen- und 1.300 Pilzarten leben, darunter auch zahlreiche vom Aussterben bedrohte Arten wie Auerhuhn, Luchs und Wanderfalke oder seltene Farn- und Bärlapparten.

Mit den Worten „Der Nationalpark Bayerischer Wald ist auch ein starker ökonomischer Faktor für die ganze Region“, hob der Minister den großen wirtschaftlichen Stellenwert hervor und untermauerte seine Aussage mit der beeindruckenden Zahl von jährlich 750.000 Besuchern, die für eine zusätzliche jährliche Wertschöpfung von fast 28 Millionen Euro steht und fast 1.000 Arbeitsplätze regeneriert.
Der Minister sparte auch nicht mit nachdenklichen Worten. So sei der 40. Geburtstag des Nationalparks auch Anlass, sich zu überlegen, wie der Mensch künftig mit der Welt umgehen sollte. Es gehe um den Verlust von Schöpfung und um genetische Verarmung in einem Zeitalter des Massensterbens.

Die über 200 geladenen Festgäste, darunter auch der niederbayerische Regierungspräsident Heinz Grunwald, die Landräte von Freyung-Grafenau, Ludwig Lankl, und Regen, Heinz Wölfl, der Präsident des Deutschen Naturschutzringes und Pionier des Nationalparks, Hubert Weinzierl, der Präsident des Bund Naturschutz in Bayern, Prof. Dr. Hubert Weiger und der langjährige frühere Nationalparkleiter Dr. Hans Bibelriether – und natürlich last not least Amtschef Ministerialdirektor Wolfgang Lazik, Abteilungsleiterin Ministerialdirigentin Christina Kreitmayer sowie Dekan Kajetan Steinbeißer und Pfarrerin Sonja Schuster.

Der Leiter des Nachbar-Nationalparks Sumava, Ing. Frantisek Krejci, hob in seinem Grußwort hervor, dass seine Verwaltung stets auf den „großen Bruder“ Nationalpark Bayerischer Wald schaue, wenn es um die erfolgreiche und gemeinsame Weiterentwicklung beider Nationalparke gehe. „Mehr Mut zum Nichtstun“ forderte Hubert Weinzierl in seinem Grußwort, und Prof. Dr. Weiger appellierte: „Lasst die Motorsäge aus dem Nationalpark“.

Die große Bedeutung für die Region stellte der Landrat von Freyung-Grafenau, Ludwig Lankl, in seinen Grußworten heraus und berichtete mit sichtlichem Stolz, dass der Nationalpark Bayerischer Wald jetzt in den Herzen der Bevölkerung angekommen sei.

Mit einer ökumenischen Besinnung durch Dekan Steißbeißer und Pfarrerin Schuster, die ebenfalls den Wert der Schöpfung zum wesentlichen Inhalt hatte, endete unter dem Schall der „Grafenauer Blechbläser“ bei einem regionaltypischen Büffet der Direktvermarkter ein fast euphorischer Festakt, in dessen Anschluss Minister Söder und Nationalparkchef Sinner zu gefragten „Medienstars“ für Rundfunk und Fernsehen wurden und alle am Fest Beteiligten bei zünftiger Volksmusik von der „Schwirzamusi vo da Howareit“ noch viel Zeit fanden für aktuelle Gespräche und Erinnerungen an früher.

Der Kindertag
Der Tag nach dem eigentlichen Geburtstag mit Festakt gehörte ganz den Kindern. In fröhlicher Stimmung und lockerer Atmosphäre wurden von zahlreichen Schulklassen kleine Exkursionen durchgeführt, Rätsel gelöst, geforscht und bestimmt, ohne zu vergessen, dass es vor allem ein Tag der Freude in und an der Natur, im grünen Klassenzimmer des Nationalparks war.

Fest der Region
So mancher runde Nationalpark-Geburtstag konnte schon mit Überraschungen und diversen Highlights bleibende Erinnerungen schaffen. Dieser 40. Geburtstag – da waren sich auch jene Besucher einig, die schon die Geburtsstunde miterlebten – übertraf all seine Vorgänger und stellte sich auf die Stufe der Eröffnungsfeierlichkeiten mit dem unvergessenen „Vater des Nationalparks“, Forstminister Dr. Hans Eisenmann (†). Wie damals vor 40 Jahren gab es überfüllte Parkplätze, säumten Autos beidseitig die Straßen; man wollte dabei sein und mitfeiern mit dem kleinen Unterschied, dass damals die in den Nationalpark gesetzten großen Erwartungen und Hoffnungen mit einhergehendem wirtschaftlichen Aufschwung Beweggrund für das Kommen waren. Jetzt, nach 40 Jahren, dürfen die Verantwortlichen stolz sein, dass nach mitunter auch schwierigen Zeiten der Nationalpark bei der Bevölkerung angekommen ist und sie den Geburtstag „ihres“ Nationalparks feiern wollte.

Und dazu gab es unter dem Firmament einer goldenen Oktobersonne vielfältigste Gelegenheit. Ca. 100 Aussteller priesen ihre handgefertigten Waren und Kunstwerke an, stellten Projekte und Neuigkeiten vor und stillten nicht zuletzt Hunger und Durst. Im „Tausend-Mann-Bierzelt“ hielten gleich mehrere Kapellen und Bands die Stimmung hoch, und beim Mitarbeiterfest sorgten eingestreute Sketche über so manch unvergessene „Glanztaten“ alteingesessener Mitarbeiter für Heiterkeit und tolle Festtagsstimmung.

Geschafft, aber glücklich dürfen sich alle „Macher“ dieses einmaligen Geburtstagsfestes jetzt zurücklehnen in der Gewissheit, bleibende Erinnerungen geweckt zu haben, von denen vielleicht noch beim nächsten runden Geburtstag des Nationalparks Bayerischer Wald in zehn Jahren erzählt wird.

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