Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

  • Druckversion

Pressemitteilung

30.04.2010
Nr. 055/10
PDF-Download

Frühjahrspersonalversammlung der Nationalparkverwaltung

Es wird knapp in diesem Jahr

PRV B. Schwarz (mitte) und NP-Chef K.F. Sinner (rechts) ehrten R. Ertl (von links) und W. Brunnhölzl für deren 25jähriges Dienstjubiläum sowie M. Wellisch, J. Moser und E. Degenhart zum 50. Gebutstag

PRV B. Schwarz (mitte) und NP-Chef K.F. Sinner (rechts) ehrten R. Ertl (von links) und W. Brunnhölzl für deren 25jähriges Dienstjubiläum sowie M. Wellisch, J. Moser und E. Degenhart zum 50. Gebutstag

Nationalparkleiter Sinner zur Haushaltssituation bei der Frühjahrspersonalversammlung der Nationalparkverwaltung

Mit der Aufnahme der aus Witterungsgründen im Winter unterbrochenen Betriebsarbeiten im Nationalpark Bayerischer Wald findet alljährlich die schon traditionelle Frühjahrspersonalversammlung statt.

Fast 200 Mitarbeiter verfolgten ein dicht gedrängtes Programm mit verschiedensten Referaten aus dem Personalrat, der Nationalparkleitung, der Gewerkschaft und der Arbeitssicherheit.

Personalratsvorsitzender Bruno Schwarz rief zu Beginn zu einer Schweigeminute für die im Winterhalbjahr verstorbenen ehemaligen Mitarbeiter Verwaltungsangestellte Giesela Heinlein, Zwiesel, die Forstwirte Johann Fuchs, St. Oswald und Josef Denk, Kreuzstraßl sowie Hausmeister Karl Eder, Mauth auf.

In seinem Tätigkeitsbericht aus sechs Personalratssitzungen hob Schwarz den Ankauf von „Auto-Handys“, die neue Arbeitszeitregelung für die Nationalparkwacht, die Fortbildung von Vorarbeitern und den Wunsch auf einheitliche Sicherheitskleidung besonders hervor.

Der Hauptpart stand wie immer dem Nationalparkchef zu. Leitender Forstdirektor Sinner bedankte sich zunächst für die stets verantwortungsvolle Zusammenarbeit beim Personalratsvorsitzenden Schwarz, die aber durchaus Meinungsverschiedenheiten nicht ausschließt.

„Dieses Jahr steht ganz im Zeichen des 40. Geburtstages des Nationalparks. Schon jetzt finden über das ganze Jahr verteilte Veranstaltungen statt, die mit der Eröffnung des Waldgeschichtlichen Museums im September und dem Festakt am 7. Oktober im Hans-Eisenmann-Haus, bei dem auch die neuen Ausstellungen des Hauses der Öffentlichkeit vorgestellt werden und natürlich dem Fest für die Region am 9. Oktober ihren Höhepunkt aufweisen“, verkündete Sinner seinen Mitarbeitern.

Aus den einzelnen Arbeitsbereichen der Nationalparkverwaltung unterrichtete der Nationalparkchef die Belegschaft über die jeweiligen Schwerpunkte. Das arbeitsintensive Jahr 2009 dokumentieren 179 Pressemeldungen. Selbst im noch jungen und ruhigen Jahr 2010 wurden bereits 50 Pressemeldungen versand.

Premiere feiern konnte der 30minütige Film (K)ein Platz für wilde Tiere. Er soll, wenn die technischen Voraussetzungen erfüllt sind, an den beiden Besucherzentren Haus zur Wildnis und Hans-Eisenmann-Haus im täglichen Filmprogramm gezeigt werden und ist dann auch in den beiden Nationalpark-Läden zu kaufen.

Mit der Herausgabe der Nr. 19 der wissenschaftlichen Schriftenreihe „Schlüsselwerte in Bergmischwäldern“ wurde ein Standartwerk als Grundlage für eine nachhaltige Forstwirtschaft veröffentlicht, das aus den Vorworten ersichtlich, die Kooperation mit den Bayerischen Staatsforsten und der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft unterstreicht.

„Dass der Nationalpark Bayerischer Wald laut Yahoo weltweit zu den 10 beliebtesten Nationalparken zählt, unterstreicht die Bedeutung des Nationalparks für die Region und unsere gute Öffentlichkeitsarbeit“, berichtete Sinner.

Aus der Arbeit des Naturschutzes stellt Sinner die neugefassten Regeln der Verkehrssicherung vor und betonte, dass es ein sehr schwieriger Spagat sein, zum einen die Sicherheit der Nationalparkgäste zu gewährleisten und andererseits das besondere Naturerlebnis nicht geschmälert wird.

Der Nationalparkchef berichtete zudem von der Renaturierung des Reschbaches, die in Kooperation mit Pro Nationalpark Grafenau stattfindet und vom Ausbau entbehrlicher Schwarzdecken und der damit verbundenen Entsorgung des alten Teers.

In diesem Jahr findet auch eine Expertenprüfung vor Ort statt, die eine Überprüfung der Einhaltung des Standards des Europadiploms zum Inhalt hat. Die Überprüfung findet im Turnus von 5 Jahren statt. Der Nationalpark Bayerischer Wald ist Träger des Europadiploms seit 1986 ohne Unterbrechung.

Noch in diesem Jahr soll ebenfalls unter der Federführung des Sachgebietes Naturschutz mit dem Bau eines Elchgeheges und dem barrierefreien Ausbau der Gehegewege das Tierfreigelände im Nationalparkzentrum Lusen aufgewertet werden.

Aus dem Bereich Umweltbildung und Regionalentwicklung konnte Sinner von dem im Internet bereits veröffentlichten Veranstaltungsprogrammen für das Sommerhalbjahr und dem integrierten Angebot zu den Geburtstagsfeierlichkeiten berichten. Auch der Entwurf des Nationalparkplans wurde abgeschlossen und zur Verabschiedung an das Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit zur weiteren Behandlung weitergeleitet. Dazu merkte Sinner leicht ironisch an: „Fast 40 Jahre ohne Nationalparkplan bedeutet nicht, dass wir 40 Jahre planlos gearbeitet haben.“

Erfreuliches konnte der Nationalparkleiter aus dem Bereich Regionalentwicklung vermelden. So gibt es jetzt 25 neue Nationalparkpartner, das Projekt „tierisch wild“ entwickelt sich sehr erfolgversprechend in enger Kooperation mit grenzüberschreitend 22 Partnergemeinden.

Und auch das Nationalparkverkehrskonzept verbucht einen tollen Erfolg: Insgesamt 8 Gemeinden bieten ab jetzt ihren Gästen den Service der kostenlosen Bus- und Bahnbenutzung in der Nationalparkregion an.

Im Sachgebiet Informationseinrichtungen und Museen dreht sich derzeit sehr viel um die Wiedereröffnung des Waldgeschichtlichen Museums in St. Oswald im September und die Fertigstellung des komplett neuen Ausstellungstraktes im Hans-Eisenmann-Haus bis zum 40. Geburtstag des Nationalparks am 7. Oktober. Noch im Sommer soll dort eine Cafeteria integriert und eröffnet werden.

Eine Bereicherung wird auch die Nationalparkinfostelle Spiegelau erfahren, wenn die 20 000 Exemplare an Insekten aus der einzigartigen Sammlung von Friedolin Apfelbacher auf Dauer öffentlich zu bewundern sind.

Das Sachgebiet Forschung und Dokumentation befasst sich zum Teil schon seit Jahren mit Projekten, die von größter Bedeutung für das Ineinandergreifen komplexer Naturvorgänge sein könnte. So wird mit modernster Technik fast störungsfrei das Räuber-Beuteverhältnis von Luchs–Hirsch-Reh erforscht und mittels Fotofallen die Mindestanzahl von Luchsen ermittelt. Im Rahmen der mit dem bei der Einrichtung von grenzüberschreitenden Wanderwegen geforderten Auerhuhnmonitorings wurde im Winter bereits begonnen.

Dr. Jörg Müller von der Nationalparkverwaltung, der das Projekt leitet, stellte in einer fesselnden Präsentation  das auf drei Jahre festgelegte Projekt vor und konnte von ersten bemerkenswerten Ergebnissen berichten. Nur einmal pro Jahr im Zeitraum Dezember – April suchen bis zu 40 Personen im gesamten Auerwildvorkommen des Bayerischen Waldes/Böhmerwaldes flächendeckend nach Kotproben, die mittels DNA-Untersuchung Aufschluss über die Individuenzahl geben sollen und durch festzustellende Stresshormone den jeweiligen Belastungszustand verraten sollen. „550 Proben haben die „Kotjäger“ letzten Winter gesammelt“, verkündete Dr. Müller nicht ohne Stolz und bemerkt, dass entgegen mancher Vermutungen oder gar Behauptungen die sogenannten Totholzflächen weiterhin als Lebensraum genutzt werden. Am Ende der Untersuchungen erhofft sich Dr. Müller das Ziel erreicht zu haben: wie sich neben der Anzahl die Auerhühner im Jahreszeitenverlauf verteilen und welche Belastungen zu Stresssituationen führen.

Das Thema Haushaltssituation beschrieb der Nationalparkchef mit: „Es wird knapp in diesem Jahr“ und deutete damit unmissverständlich an, dass nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen werden und unter Umständen auch von „liebgewonnenem“ Abschied zu nehmen sei. Insgesamt konstatierte Sinner, dass auch der Nationalpark Bayerischer Wald die Wirtschaftskrise spürt, aber mit einigen Anstrengungen der Betrieb des Nationalparks gewährleistet sei. Sein besonderer Dank galt Erich Wess, der die Organisation des umfangreichen Umbaus des Nationalparkverwaltungsgebäudes und den damit verbundenen „Hin- und Herzuges“ der Mitarbeiter von einem Büro zum anderen sehr gut durchführte.

Vom Sachgebiet Wald- und Wildmanagement konnte Sinner berichten, dass dort trotz des hohen Holzeinschlages aus Borkenkäferbefall eine Arbeitsgemeinschaft die erste Phase eines Rotwildmanagementkonzeptes auf Grundlage der politischen Vorgabe, die Beibehaltung der Wintergatterlösung, erarbeitet hat.

Abschließend appellierte der Nationalparkleiter an seine Mitarbeiter die zu bewältigenden künftigen Arbeiten zeitgerecht, nationalparkgerecht und unter strikter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften zu erledigen, verbunden mit dem Wunsch auf ein gemeinsam erfolgreiches Jahr 2010.

 

Bildunterschriften


Personalratsvorsitzender Bruno Schwarz (mitte) und Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner (rechts) ehrten Roland Ertl (von links) und Wolfgang Brunnhölzl für deren 25jähriges Dienstjubiläum sowie Michael Wellisch, Johann Moser und Evi Degenhart zum 50. Geburtstag

Foto: R. Pöhlmann

Bilder stehen unter http://www.nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de/aktuelles/mediathek/index.htm zum Download bereit

Das Veranstaltungsprogramm zum 40-jährigen Jubiläum des Nationalparks Bayerischer Wald kann auf der Website der Nationalparkverwaltung unter http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de unter Aktuelles“ heruntergeladen werden.

 

 

 

Pressefotos allgemein zum Download


Bilder zur aktuellen Pressemitteilung

Freigabeerlaubnis nur in Verbindung mit der jeweiligen Pressemitteilung


Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Elke Ohland

Kontakt:

Tel. +49 8552 9600161
Fax +49 8552 9600100
Email: elke.ohland(at)npv-bw.bayern.de

      Team & Mitarbeiter