Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

16.12.2009
Nr. 169/09
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Was wir tun, ist die Umsetzung geltenden Rechts

Forstdirektor Karl Barthmann (links) und Personalratsvorsitzender Bruno Schwarz (rechts) bei der Ehrung von Forstwirten anlässlich der Herbstpersonalversammlung.
Foto: Alice Altenender

Forstdirektor Karl Barthmann (links) und Personalratsvorsitzender Bruno Schwarz (rechts) bei der Ehrung von Forstwirten anlässlich der Herbstpersonalversammlung. Foto: Alice Altenender

Herbstpersonalversammlung der Nationalparkverwaltung mit Rückblick auf das Sommerhalbjahr

(Pö) Das dicht gedrängte Programm der traditionellen Herbstpersonalversammlung der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald ließ darauf schließen: Der Sommer 2009 war eine sehr ereignisreiche Zeit mit einer Fülle von Ereignissen und Veranstaltungen.

Mit einer Schweigeminute für den verstorbenen ehemaligen Mitarbeiter Michael Wellisch der Nationalparkdienststelle Bayerisch Eisenstein eröffnete Personalratsvorsitzender Bruno Schwarz die Personalversammlung und bedankte sich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Nationalparkleitung. Er bezeichnete es als sehr erfreulich, dass die Nationalparkverwaltung die vorgesehene Einstellung von drei ausgebildeten Azubis als Forstwirte zwischenzeitlich verwirklicht hat und darüber hinaus noch drei weitere im Forstbetrieb Bodenmais ausgebildete junge Forstwirte sowie einen neuen Azubi einstellen konnte. „Die zum 01.08. in Rente ausgeschiedenen Mitarbeiter Richard Dillinger, Andreas Hötzl und Josef Kopp konnten damit mehr als ausgeglichen werden“, so der Personalratsvorsitzende.


Mit einem ausführlichen Bericht über die Personalrats-Tätigkeit im Sommerhalbjahr, die u. a. von der Anschaffung von „Outdoor-Handys“ über die Handhabung von Arbeitszeitkonten bis hin zur Beschaffung von Dienstfahrzeugen reichte, übergab Schwarz das Wort an Forstdirektor Karl Barthmann, der mit einem abwechslungsreichen Vortrag aus der Tätigkeit aller Sachgebiete die annähernd 200 Mitarbeiter informierte.

Als Schwerpunkte des Sachgebietes Naturschutz nannte Barthmann die unproblematische Öffnung der drei neuen grenzüberschreitenden Wanderwegeverbindungen zum Mittagsberg, nach Pürstling und zur Moldauquelle, den Komplettumbau des Ottergeheges mit der attraktiven neuen Möglichkeit der „Unterwasserbeobachtung“, die Vorarbeiten für das ab dem Frühjahr zu bauende Elchgehege im Tier-Freigelände des Nationalparkzentrums Lusen und die Besuchermagneten im Tier-Freigelände am Haus zur Wildnis, die beiden Jungluchse. Selbstverständlich befasste sich Barthmann auch mit den laufenden Renaturierungsarbeiten am Reschbach und der Kleinen Ohe sowie dem teilweisen Rückbau des extrem dichten Forststraßennetzes im Bärnloch. Nicht unerwähnt blieb die Auszeichnung der Nationalparke Bayerischer Wald und Sumava als Transboundary Park in Schweden.

Aus dem Sachgebiet „Umweltbildung und Regionalentwicklung“ berichtete der stellvertretende Nationalparkleiter vom Bau des aktuellen Besuchermagneten Baumwipfelpfad durch die ErlebnisAkademie Kötzting, vom aufwendigen Um- und Anbau des Jugendwaldheims bei Schönbrunn a. L., der teilweisen Erneuerung von Themenhütten im Wildniscamp und dem sehr erfolgreichen Kooperationsprojekt „Nationalpark-Partner“, dessen Mitgliederzahl sich auf 77 erhöht hat, und „Tierisch wild“. Erfolge konnte auch das ÖPNV-System der Nationalparkregion verbuchen. Es wurde mit dem „Fahrtziel Natur-Award“ ausgezeichnet, und - was die Benutzer sicherlich noch mehr freut – mit Kurkarte fährt mahn künftig kostenlos.

Vom Fortschritt der Baumaßnahmen im Bereich des Sachgebietes Informationseinrichtungen und Museen unterrichtete Karl Barthmann die Belegschaft ausführlich. So wird im Hans-Eisenmann-Haus die neue Infotheke samt Foyer bis zur Öffnung des Hauses zu Weihnachten fertig sein und die zu bauende Erlebniswerkstatt, die Bibliothek mit integrierter Cafeteria und der komplette neue Ausstellungsbereich pünktlich zum 40. Geburtstag des Nationalparks am 7. Oktober eröffnet. Mit „Ich beneide das Sachgebiet III nicht um das, was momentan und 2010 zu machen ist“, kommentierte Barthmann das große Aufgabenpensum.

Wertvolle Arbeit wird auch im Sachgebiet Forschung und Dokumentation geleistet. Der stellvertretende Nationalpark-Chef berichtete vom Stand der Luchstelemetrie, das jetzt erweiterte und grenzüberschreitende Fotofallenprojekt und von der Rotwildzählung mit Wärmebildkameras aus der Luft. Noch vor Weihnachten wird der Band 19 der Wissenschaftlichen Schriftenreihe „Schlüsselwerte in Bergmischwäldern“ erscheinen. Beachtliche Ergebnisse liefert das Projekt „Bioklim“. So wird die Anzahl von Flechtenarten weniger vom Klima, sondern durch die jeweilige Waldstruktur bestimmt, und ein vom Borkenkäfer verursachter, rascher Zusammenbruch von Fichtenwäldern bedeutet für diese Art keine Katastrophe.

In einer übersichtlichen Präsentation erläuterte der Sachgebietsleiter für Wald- und Wildmanagement, Franz Baierl, die diesjährige Borkenkäfersituation im Detail. Einem massiven Stehendbefall Ende Mai in den Hochlagen des Falkenstein-Rachel-Gebietes folgte durch die regenreiche Witterung im Juni eine verzögerte Entwicklung, aber auch eine sehr schwierige Bohrmehlsuche. Insgesamt betrug der Holzeinschlag in Folge Borkenkäferbekämpfung 132.000 Kubikmeter. Davon entfielen auf das Falkenstein-Rachel-Gebiet 110.000 Kubikmeter mit Schwerpunkten um die Windwurfflächen aus dem Jahr 2007 und im Bärnloch sowie an der gemeinsamen Grenze zum Nationalpark Sumava. 13.200 Kubikmeter konnten von Hand entrindet werden und als Biomasse auf der Fläche liegen bleiben. Zur Bewältigung der unter großem Zeitdruck stehenden Bekämpfungsmaßnahmen stellte die Nationalparkverwaltung zeitlich befristet sechs junge Förster ein. 15 – 20 Personen waren mit der Käferbaumsuche beschäftigt. Neben den 20 eigenen Forstwirten arbeiteten zusätzlich bis zu 35 Waldarbeiter von Forstunternehmen das Borkenkäferholz auf. Dass der Abtransport des Borkenkäferholzes auch tiefe Spuren im Wald hinterließ, verschwieg Baierl natürlich nicht. „Man muss sich vorstellen, dass in der Zeit von Mai bis Oktober täglich 30 Fuhren Holz aus dem Wald gefahren wurden.“ Baierl trug auch die aktuellen Zahlen der „Totholzkartierung“ vor. Demnach betrug der Zugang im Falkenstein-Rachel-Gebiet 37 Hektar und im Rachel-Lusen-Gebiet 187 Hektar, was in der Summe einen Rückgang bedeutet.
Infolge Borkenkäferbekämpfung nahmen die „ausgeräumten Flächen“ im Falkenstein-Rachel-Gebiet um 187 und im Rachel-Lusen-Gebiet um 30 Hektar zu. Die sehr konträre Diskussion um das Für oder Wider des Sinns einer Borkenkäferbekämpfung mit der Entstehung von derart großen Kahlflächen in einem Nationalpark fasste Barthmann mit den Worten zusammen: „Was wir tun, ist die Umsetzung geltenden Rechts“.
Der stellvertretende Nationalparkleiter beendete seinen mit viel Applaus bedachten Vortrag mit der Bekanntgabe diverser Personalveränderungen sowie Rück- und Ausblick auf die Haushaltssituation.

Gerald Rubel von der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) gab einen umfassenden Überblick über verschiedene Möglichkeiten der zusätzlichen Altersversorgung, und Branchensekretär Günther Busch von der Gewerkschaft IG Bau informierte die Belegschaft über die erfolgreiche Tarifrunde 2009.

Zum Abschluss der sehr inhaltsreichen Personalversammlung berichteten die für Arbeitssicherheit zuständigen Mitarbeiter Martin Plechinger über Arbeitsunfälle im Sommerhalbjahr, Hubert Döringer zum Thema Arbeitsschutz und Forstamtsrat Reinhold Weinberger über Aktuelles aus dem Waldarbeiterbereich.

Bildunterschrift:
Forstdirektor Karl Barthmann (links) und Personalratsvorsitzender Bruno Schwarz (rechts) gratulierten den Forstwirten Josef Schmid zum 50. Geburtstag und Max Weinberger, Robert Schmid und Max Schwarz zum 25-jährigen Betriebsjubiläum.
Foto: Alice Altenender

 

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