Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

29.05.2009
Nr. 064/09
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Frühjahrspersonalversammlung der Nationalparkverwaltung

Nationalparkleiter Karl Friedrich Sinner (links) und Personalratsvorsitzender Bruno Schwarz (rechts) gratulierten Forstamtmann Arthur Reinelt zum 25jährigen Dienstjubiläum.
Foto: Rosalinde Pöhlmann

Nationalparkleiter Karl Friedrich Sinner (links) und Personalratsvorsitzender Bruno Schwarz (rechts) gratulierten Forstamtmann Arthur Reinelt zum 25jährigen Dienstjubiläum. Foto: Rosalinde Pöhlmann

Die Fülle und Vielfalt der von Personalratsvorsitzenden Bruno Schwarz und Nationalparkleiter Karl Friedrich Sinner bei der traditionellen Frühjahrspersonalversammlung vorgetragenen Themen machte den annähernd 200 anwesenden Mitarbeitern im Besucherzentrum Hans-Eisenmann-Haus nur allzu deutlich, dass es im Nationalpark Bayerischer Wald keine staade Zeit mehr gibt. Trotz lange anhaltendem Winter blieb keine Zeit zum Ausruhen, ganz im Gegenteil: Projekte, Veranstaltungen und Ereignisse reihten sich nahtlos aneinander.

Mit einer Schweigeminute für die verstorbenen ehemaligen Mitarbeiter Georg Wölfl aus Guglöd, Winfried Biebl aus St. Oswald, Ludwig Lendner aus Kirchl, Johann Jobst aus Oberkreuzberg und Anna Grünzinger aus Neuschönau und Würdigung der im Laufe des Sommers endenden aktiven Dienstzeit für Richard Dillinger aus Raimundsreut, Andreas Hölzl aus Rentpoldenreuth und Josef Kopp aus Spiegelau eröffnete Personalratsvorsitzender Bruno Schwarz die Personalversammlung und gab auch Veränderungen in der Zusammensetzung des Personalrats bekannt. Erfreut zeigte er sich über die geplante Einstellung von Azubis für das kommende Jahr und die Aussicht auf Übernahme von Patrick Brunnhölzl aus Katzberg, Florian Köhl aus Haslach und Hannes Hackl aus Heinrichsbrunn nach bestandener Prüfung im Sommer dieses Jahres.

Der Vortrag von Nationalparkleiter Karl Friedrich Sinner offenbarte dann, weshalb selbst im Winter im Nationalpark kaum Zeit zum Verschnaufen blieb. Inn seinem gut einstündigen Hauptreferat gab er seinen Mitarbeitern einen umfassenden Bericht über die Arbeit im Nationalpark samt der damit nicht selten verbundenen Probleme.

Auch er begann seinen Vortrag mit erfreulichen Personalnachrichten. So konnten u. a. befristete Arbeitsverträge für vier junge Förster zur Unterstützung der Borkenkäferüberwachung und -holzaufarbeitung sowie zwei wissenschaftliche Fachkräfte zur Ausarbeitung von Ausstellungskonzepten für das Hans-Eisenmann-Haus geschlossen werden. Mit der vorgesehenen Neueinstellung einer Mitarbeiterin für den Bereich Regionalentwicklung wurde den Forderungen von Prof. Job Rechnung getragen. Weniger erfreulich wirkte die Ankündigung einer Haushaltssperre mit bis zu 20 % Mittelkürzungen im Bereich Sachausgaben.

Als harte Arbeit bezeichnete Sinner die Generalüberarbeitung des Nationalparkplanes, dessen Entwurf in einer eigens einberufenen Sondersitzung dem Kommunalen Nationalparkausschuss vorgestellt wurde. Die Kommunen haben jetzt die Möglichkeit der Prüfung und können ihrerseits Änderungswünsche und Anregungen vorbringen, so Sinner.
Besonders ging der Nationalpark-Chef auf die der Öffentlichkeit vorgestellte Suda-Studie über die Akzeptanz des Nationalparks in der lokalen Bevölkerung ein und betonte die unterschiedliche Zustimmung zwischen dem Falkenstein-Rachel-Gebiet und dem Rachel-Lusen-Gebiet, wo eine deutlich höhere Akzeptanz des Nationalparks ermittelt werden konnte. Dennoch bleibt als wichtigstes Ergebnis der Studie festzuhalten: 81 % der Befragten möchten den Nationalpark bestehen lassen, und selbst für die Erhaltung des Erweiterungsgebietes stimmten noch 71,9 % und nur 20,3 % wollten die Erweiterung rückgängig machen, machte Sinner klar. Von der seitens der Nationalpark-Kritiker oft proklamierten großen Mehrheit, die das Falkenstein-Rachel-Gebiet als Teil des Nationalparks ablehnt, ist also weit und breit nichts zu erkennen.

Der Nationalparkleiter gab auch bekannt, dass der neue bayerische Umweltminister Dr. Markus Söder am 2. Juli das Borkenkäfersymposium leiten wird; ev. wird der Minister auch am 15. Juli im Nationalpark zu Gast sein, um die neuen grenzüberschreitenden Wanderwege freizugeben.
Als weniger glücklich, weil nicht leicht vermittelbar, bezeichnete Sinner die im zähen Ringen zwischen Naturschutz und Tourismus beider Staaten erzielte Kompromissregelung bezüglich des Betretungsrechts der Kerngebiete und des Grenzsteiges. Die im Entwurf öffentlich ausliegende Fassung über die Änderung des eingeschränkten Betretungsrechts der Kerngebiete sieht vor, dass künftig die Kerngebiete des Nationalparks auf den sog. sonstigen Wegen und Steigen und die vorgesehenen grenzüberschreitenden neuen Wanderwege Hirschbachschwelle/Mittagsberg und Kleiner Spitzberg/Pürstling (Blaue Säulen) in der Zeit vom 15. Juli bis 15. November begehbar sind. Gleiches gilt für den Grenzsteig im Abschnitt Kleiner Spitzberg (Grenzübertrittsstelle) bis zum Markfleckl. Ansonsten soll der Grenzsteig künftig erst ab 15.08. bis 15.11. begangen werden dürfen. Im Abschnitt Rachelnordhang (Grenzstein 24/1) bis zur Grenzübertrittstelle Kleiner Spitzberg gilt dies erst ab 15.08.2011; bis dorthin bleibt er ganz geschlossen. Uneingeschränkt begehbar soll er künftig im Abschnitt Grenzübertrittstelle Siebensteinkopf bis Grenzübergang Finsterau/Bucina sein. Analog dazu wird auch der Grenzübertritt am Siebensteinkopf ganzjährig möglich sein. Ein Mitführen von Hunden und Fahrrädern ist sowohl auf dem Grenzsteig als auch an den erwähnten Grenzübertrittstellen und verbindenden Wegen nicht erlaubt.
Aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit hob Sinner die Vielzahl neuer Veröffentlichungen, den jetzt dreisprachigen Internetauftritt und die Fülle geleisteter Fachführungen hervor.
Im Bereich Naturschutz und Besucherlenkung nannte Sinner die digitale Erfassung der Besuchereinrichtungen, die Erneuerung des Aufichtenwaldsteges, die Neuanlage eines Urwalderlebnisweges im Bereich Bayerisch Eisenstein und die grenzüberschreitende Ranger-Kooperation als herausragende Maßnahmen.

Auch im Sachgebiet Bildung und Regionalentwicklung gab es im Winterhalbjahr eine ganze Reihe von sichtbaren Aktivitäten. So konnte z. B. der attraktive Bau einer neuen Wolfskanzel beendet werden, der Spatenstich für den ersehnten Baumwipfelpfad zwischen dem Tier-Freigelände und dem Hans-Eisenmann-Haus vollzogen und im Wildniscamp am Falkenstein durch den Kooperationspartner WaldZeit die sog. Thoreau-Hütte erstellt werden. Viel Lob ernteten die Projekt Tierisch wild und Nationalpark-Partner.
Für das Sachgebiet Forschung konnte der Nationalpark-Chef die Ergebnisse der letztjährigen Totholzbefliegung präsentieren. Demnach sind im Rachel-Lusen-Gebiet im vergangenen Jahr 285 Hektar und im Falkenstein-Rachel-Gebiet 14,5 Hektar vom Borkenkäfer flächig abgetötet worden. Die Infrarotfotos der Befliegung zeigen aber auch deutlich, dass ein erheblicher Teil der Totholzflächen im Rachel-Lusen-Gebiet nicht mehr als solche zu erkennen sind.

Sinner befasste sich in seinen Ausführungen auch mit dem Fortschritt und den Ergebnissen der Biodiversitäts- und Klimaprojekte sowie der Forschungsarbeiten am Luchs mit Hilfe von Fotofallen. Auch der gescheiterte Dialog zur Rotwildfrage wurde von ihm ausführlich angesprochen.
Im Bereich Wald- und Wildmanagement trug der Nationalparkleiter die aktuelle Borkenkäfersituation und die erhöhte Abschussquote von Rotwild zum Schutz der angrenzenden Privatwälder vor.

Nach einem ausführlichen Referat über den Gesundheitsfonds mit einem einheitlichen Beitragssatz durch die Herren Wühr und Mitterdorfer von der AOK Bayerwald und anschaulichen Berichten der Sicherheitsbeauftragten der Nationalparkverwaltung, Hubert Döringer und Forstwirtschaftsmeister Ludwig Hilgart, endete die Frühjahrspersonalversammlung mit dem Wunsch der Arbeiterschaft, doch mehr Schlechtwetter-Arbeitsplätze zu schaffen, um einerseits die produktive Arbeitszeit zu erhöhen und Ausfallzeiten zu mindern. Dafür gab der stellvertretende Nationalparkleiter, Karl Barthmann, für das kommende Jahr Grünes Licht, vorausgesetzt die Haushaltslage lässt dies zu.

Bildunterschrift:
Leitender Forstdirektor Karl Friedrich Sinner (links) und Personalratsvorsitzender Bruno Schwarz (rechts) ehrten den für das GIS zuständigen Forstamtmann Arthur Reinelt mit einer Urkunde zum 25-jährigen Dienstjubiläum.
Foto: Rosalinde Pöhlmann         

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