Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

10.04.2009
Nr. 045/09
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Bilder der Nationalpark-Luchse

Fotofallenbild: Luchs "Falkenstein-Junges"

Fotofallenbild: Luchs "Falkenstein-Junges"

Der Luchs ist ein heimliches Tier, dessen Gegenwart kaum auffällt. Die als Einzelgänger lebenden Tiere besetzten im Bayerischen Wald große Reviere von 20.000 bis 40.000 ha. Deshalb ist es auch sehr schwierig, ihre genaue Anzahl zu bestimmen. Bislang konnte man nur über Luchsspuren im Schnee oder einen Riss die Anwesenheit der Tiere nachweisen.

Um diese gefährdete Tierart schützen zu können, ist es wichtig, eine Vorstellung zu haben, wie viele Luchse in einem Gebiet vorkommen. Macht es doch einen großen Unterschied für das Überleben der eleganten Waldkatze, ob die Population aus zehn oder 50 Tieren besteht. Durch systematische Erfassung und Beobachtung der Tiere werden Grundlagen für den weiteren Schutz und geeignetes Wildtier-Management geschaffen.
Der Nationalpark Bayerischer Wald erprobt seit November 2008 eine neue Methode, die Anzahl der Luchse festzustellen, so Projektleiter Dr. Marco Heurich. Mit selbstauslösenden Kameras, sogenannten Fotofallen, können wir die Tiere in freier Wildbahn fotografieren. Da die Fleckung auf beiden Seiten des Tieres unterschiedlich ist, werden zwei Kameras pro Standort, eine auf der linken, eine auf der rechten Wegseite aufgestellt. Wie die Fingerabdrücke beim Menschen sind die Flecken im Fell der Luchse bei jedem Tier unterschiedlich. Gute Kamerabilder helfen, die Großkatzen individuell zu bestimmen und wieder zu erkennen. Durch die Erfahrungen und Beobachtungen der letzten Jahre konnten geeignete Kamera-Standplätze ausgewählt werden und der Erfolg gibt recht: Diplomandin Kirsten Weingarth von der Universität Freiburg konnte mit ihren Fotofallen im Nationalpark Bayerischer Wald drei Luchs-Katzen und die drei dazugehörigen Jungtiere von 2008, sowie zwei Luchs-Kuder nachweisen.

In einer Bildergalerie werden die einzelnen Tiere vorgestellt: Nora, eine besenderte Luchs-Katze mit ihrem Jungen, Milan und Patrik, zwei besenderte Luchs-Kater, sowie zwei weitere Luchs-Katzen mit ihren Jungen. Wie auf den meisten Fotos gut zu erkennen ist: die Luchse nutzen bei Schnee gerne die leichter begehbaren Wege, um ihre Kräfte zu sparen.

Nächstes Jahr soll das Monitoring mit Fotofallen zusammen mit den Wissenschaftlern des Nationalparks Šumava auf tschechischer Seite grenzüberschreitend fortgeführt werden.
Die Streifgebiete der mit Sender-Halsband versehenen Luchse können unter www.luchserleben.de/spurensuche/ verfolgt werden.

Weitere Bilder der Nationalparkluchse können hier heruntergeladen werden.

Bildunterschriften:

Katze Nora und ihr Junges: Im Dezember 2008 gelang ein Schnappschuss von Noras-Jungem: Luchs im „Anflug“. Mitte Januar 2009 nahm die Katze ganz entspannt Platz ein und lies sich fotografieren. Da Nora seit zwei Jahren mit einem Senderhalsband ausgestattet ist, ist ihr Revier bekannt. Sie durchstreift ein ca. 200 km² großes Gebiet im Bereich der Berge Rachel und Lusen. Ihr Alter wird auf sechs bis sieben Jahre geschätzt.

Milan: Milan konnte im November 2008 abgelichtet werden. Der ca. siebenjährige Luchs-Kuder trägt seit 2005 ein Senderhalsband und durchstreift eine Fläche von annähernd 400 km² im südlichen Teil des Nationalparks bis in die Tschechische Republik hinein.

Patrik: Patrik kam im Dezember 2008 nah an der Fotolinse vorbei. 2007 wurde der damals auf drei Jahre geschätzte Kuder besendert. Sein Revier mit einer Größe von etwa 360 km² befindet sich im nördlichen Teil des Nationalparks, und auch er wandert bis weit in die Tschechische Republik hinein.

Falkenstein Katze mit Jungtier: Anfang Dezember 2008 konnte im Bereich des Falkensteins eine Katze fotografiert werden. Eine Minute später lief ihr Junges durch das Bild. Bereits im Dezember 2007 konnte die Katze, damals mit zwei Jungtieren, an einem gerissenen Reh fotografiert werden. Die Lage und Ausdehnung ihres Reviers ist unbekannt, ebenso ihr Alter.

Seefilz Katze mit Jungtier: Im Dezember 2008 wurde im Bereich des Seefilz (zwischen Lusen und der Gemeinde Mauth) eine Katze und wenige Minuten später ihr Junges mit der Fotofallen-Kamera aufgenommen. Wie auch bei der Falkenstein-Katze können keine genaueren Angaben zur Reviergröße und zum Alter der Katze gemacht werden.

Weitere Informationen:

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