Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

18.09.2008
Nr. 145/08
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Hirschtage in St. Oswald

(Pö) Ermutigt durch das sehr erfolgreiche Projekt „Tierisch wild“, bei dem sich die Nationalparkgemeinden jeweils eine Wildtierart als Pate auserkoren haben, veranstalten die Nationalparkgemeinde St. Oswald-Riedlhütte und die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald gemeinsam die sog. „Hirschtage“.
Eine ganze Woche lang, vom 27. September bis 5. Oktober 2008, steht dabei der „König der Wälder“ im Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen mit Vorträgen, Ausstellungen, Filmbeiträgen, Sonderführungen, einem Wildmarkt und sogar Kochkursen mit Meisterköchen der Region. Die Gastronomie der Nationalparkregion wartet in dieser Zeit mit kulinarischen Schmankerln rund um den Hirsch auf.

Mit den Hirschtagen in St. Oswald-Riedlhütte soll ganz besonders die wechselhafte und bewegte Geschichte unseres größten Wildtieres beleuchtet werden. Es wurde einst durch Jagd und Wilderei im Böhmerwald fast ausgerottet, ist später durch Hege und beinahe schon abgöttischen Trophäenkult zu Beständen angewachsen, die eine naturnahe Verjüngung des Waldes nicht mehr zugelassen haben und lebt heute in einer Zeit, in der sein Lebensraum stark eingeengt und durch Verordnungstext exakt festgelegt ist. Auf den Punkt gebracht: der Rothirsch ist die einzige Wildtierart in Deutschland, die in den weit überwiegenden Teilen des Landes nicht geduldet wird.

Auch im Nationalpark Bayerischer Wald, wo sich sonst die Natur vom Menschen unbeeinflusst entwickeln und entfalten darf, reduziert sich in den Wintermonaten der Lebensraum des Hirsches noch immer auf vier Wintergatter, wo er gefüttert und auch im Bestand reguliert wird.

Landrat Ludwig Lankl wird am Samstag, dem 27. September um 19.00 Uhr im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald zusammen mit dem Leiter der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald, Karl Friedrich Sinner, und dem Bürgermeister von St. Oswald-Riedlhütte, Helmut Vogl, die Hirschtage und die Ausstellung „Geweiht, gehegt, geächtet“ eröffnen, ehe Andreas Kinser von der Deutschen Wildtierstiftung mit seinem Auftaktvortrag „Faszination Rothirsch“ einen Einblick in das Leben dieser faszinierenden Tierart und über die Arbeit der Deutschen Wildtierstiftung gibt.

Präsentiert werden an diesem Abend auch die Arbeiten von Schülern der Hauptschulen St. Oswald-Riedlhütte und Zwiesel, die in Workshops unter Anleitung von Künstlern aus der Nationalparkregion entstanden sind und von der Deutschen Wildtierstiftung prämiert werden.

Im Rahmen von Vorträgen im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald stellen renommierte Experten aus Forschung, Naturschutz und Jagd vor, was für sie die Faszination der Rothirsche ausmacht (s. Kasten).

Zusätzlich werden an zwei Abenden jeweils ab 19.00 Uhr mit vier beeindruckenden Filmen Einblicke in das Leben der größten in Deutschland noch freilebenden Tierart gegeben.
Sonntag, 28. September: „Der Prinz der Alpen“ und „Herbst der Hirsche“
Dienstag, 30. September: „Ach du lieber Hirsch“ und „Der Rothirsch – ein König ohne Reich“

Spezielles Führungsprogramm

Genau zur Zeit der Hirschtage von St. Oswald befindet sich das Rotwild in seiner Paarungszeit. Dank der jagdfreien Naturzonen im Nationalpark Bayerischer Wald lässt sich dort unter fachkundiger Führung mit etwas Glück dieses einzigartige Naturschauspiel erleben. Stimmungsvolle Wanderungen durch die herbstliche Farbenpracht in der Waldwildnis des Nationalparks führen zu den meist abgelegenen Brunftplätzen. Erfahrene Nationalparkförster und Berufsjäger erzählen dabei erstaunliche Geschichten und interessante Fakten rund um den Rothirsch (Details s. Kasten oder im speziellen Faltblatt). Anmeldung erforderlich unter 0700 00 77 66 55.

Wer bei dem Wort „Hirsch“ auch an Gaumenfreuden denkt, wird bei den Hirschtagen ebenfalls auf seine Kosten kommen. Am Freitag, dem 3. Oktober werden ab 20.00 Uhr im Pfarrsaal von Riedlhütte einheimische Spitzenköche ihr Können unter Beweis stellen und – umrahmt von Live-Musik und kabarettistischen Einlagen – für 25,- Euro pro Person ein ganz spezielles Wildmenü zubereiten (Anmeldung: Touristinfo St. Oswald-Riedlhütte, Schulplatz 2, 94566 Riedlhütte, Tel. 08553 6083, Fax 08553 1036, E-Mail: tourist-service@t-online.de)

Der kulinarische Teil ist damit aber noch lange nicht zu Ende. Er erreicht erst am Samstag, dem 4. Oktober seinen Höhepunkt, wenn von den Jagdhornbläsern um 9.00 Uhr der erste überregionale Wildmarkt des gesamten Bayerischen Waldes eröffnet wird. In dem herrlich am Nationalpark Bayerischer Wald gelegenen Klosterort St. Oswald dreht sich an diesem Tag alles um das Thema Hirsch bzw. Wild. Entlang der Klosterallee werden alle nur denkbaren Wildköstlichkeiten, wie z. B. Wildweißwürste, gegrilltes Wildschwein und natürlich Hirschwurst sowie viele jahreszeitliche bzw. regionaltypische Produkte wie etwa Waldhonig, Holzofenbrot, Liköre und Säfte angeboten.

Abgerundet werden die Hirschtage von St. Oswald mit speziellen Wild-Kochkursen, an denen Jedermann nach vorheriger Anmeldung bis 26. September teilnehmen kann (Lkr. Freyung-Grafenau: Touristinfo Riedlhütte, Tel. 08553 6083, Fax 08553 1036, E-Mail: tourist-service@t-online.de, Lkr. Regen: VHS, Tel. 09921 9500) und den Wildwochen in der Gastronomie. In zahlreichen Hotels und Gaststätten, ganz besonders in den Nationalparkpartner-Betrieben, der Region dreht sich vom 27. September bis 5. Oktober alles um den Hirsch und zwar als Gaumenfreude in vielfältigsten Variationen.

Die beiden Veranstalter Gemeinde St. Oswald-Riedlhütte und Nationalparkverwaltung hoffen, mit dieser umfassenden Veranstaltung den Geschmack und Zeitgeist der einheimischen Bevölkerung und Urlaubsgäste getroffen zu haben, so dass bei entsprechendem Zuspruch auch in den nächsten Jahren Veranstaltungen in ähnlicher Art von den anderen Nationalparkgemeinden über ihre jeweiligen Patentiere stattfinden könnten.
Für die Region wäre es ganz bestimmt nicht nur eine Bereicherung des touristischen Angebotes, sondern der Start einer in die Zukunft gerichteten Festreihe, die das Zeug hätte, zur Tradition zu werden.

Vortragsabende

Donnerstag, 2. Oktober

19.00 Uhr: Einleitend wird Dipl. Forstwirt Stephan Günther einen kurzen Überblick geben über ein Jahr Laufzeit des Projektes „Rothirsch auf neuen Wegen?“.
19.30 Uhr: Dietrich Cerff vom NABU NRW stellt das grenzüberschreitende deutsch-niederländische Rotwildprojekt im Ketelwald aus Sicht des Naturschutzes vor – der Hirsch als Leitart für Biotopverbund.
20.30 Uhr: Der Berliner Wildbiologe Dr. Jörns Fickel geht schließlich ins Detail und beleuchtet die Welt der Gene. Wie stark beeinflussen wir das Erbgut des Rotwildes?

Samstag, 4. Oktober

19.00 Uhr: Prof. Dr. Arnold von der Uni Wien präsentiert Aufsehen erregende Erkenntnisse: Der verborgene Winterschlaf der Hirsche.
20.00 Uhr: Der Hirsch und die Jagerei – hier und anderswo – werden im Zentrum der mit gewohnt spitzer Zunge vorgebrachten Bemerkungen des Autors und Berufsjägers Bruno Hespeler stehen.

Führungen

Schwarzbachklause – Kirchlinger Stand
28. September, 15.00 Uhr, P Freilichtmuseum Finsterau (Busshuttle zur Schwarzbachklause)

Buchenau
29. September und 1. Oktober, 6.00 Uhr, P Buchenau

Hirschgehege Scheuereck
1. Oktober und 3. Oktober, 11.00 Uhr, P Scheuereck

Reschbachklause – Schwarzbachklause – Zametzersteig
2. Oktober und 4. Oktober, 15.20 Uhr, P Wistlberg (Abfahrt 15.32 Uhr zum P Schwellgraben)

Tier-Freigelände bei Altschönau, jeweils 11.00 Uhr, P Altschönau (keine Anmeldung erforderlich!)
27. September, 30. September, 2. Oktober, 4. Oktober

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