Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Einladung zum Wissenschaftlichen Vortrag

Einblicke in das Sozialleben und die Pilzzucht heimischer Borkenkäfer

Alkohol, Inzucht und Kinderarbeit: Einblicke in das Sozialleben und die Pilzzucht heimischer Borkenkäfer

Peter Biedermann
Abteilung Biochemie, Max-Planck-Institut für Chemische Ökologie, Jena

Donnerstag, 12.01.2017 um 19:00 Uhr
Waldgeschichtliches Museum St. Oswald
(öffentliche Veranstaltung, freier Eintritt)

Ambrosiakäfer zählen zu den Borkenkäfern. Anders als die übrigen Arten leben sie jedoch nicht unter der Rinde von Bäumen, sondern bohren ihre Nester ins innenliegende Holz der Stämme. An den Wänden von Gängen und Kammern etablieren sie Pilzgärten, die jenen der tropischen Blattschneiderameisen ähneln. Spezielle „Ambrosiapilze“ dominieren diese Gärten und dienen den Käfern als einzige Nahrung. Doch sie gedeihen nur unter wachsamer Pflege der sozialen Käfergemeinschaft – ohne diese überwachsen Schimmelpilze die Kulturen.

Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über das kaum bekannte Leben der Ambrosiakäfer - der einzigen heimischen Pilzzüchter – werden präsentiert. Es gibt Einblicke in das soziale Zusammenleben im Käfernest, das von Alkohol, Inzucht und Kinderarbeit bestimmt wird. Außerdem erfahren Sie, warum es sich aus land- und forstwirtschaftlicher Sicht lohnt, das Leben der Käfer genauer zu verstehen und wie Sie selbst Ambrosiakäfer finden können.

Dr. Claus Bässler
Sachgebiet Naturschutz und Forschung