Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

  • Druckversion

Einladung zum Wissenschaftlichen Vortrag

Die Gletscher des Bayerischen Waldes zur Würm- und Risszeit

Die Gletscher des Bayerischen Waldes zur Würm- und Risszeit

Dr. Ulrich Hauner

Donnerstag, 13.10.2016 um 19.00 Uhr
Waldgeschichtliches Museum St. Oswald
(öffentliche Veranstaltung, freier Eintritt)

Während der pleistozänen Kaltzeiten kam es im Bayerischen Wald zur Gletscherbildung in den drei Vereisungszentren Arber, Falkenstein und Rachel-Lusen-Gebirgskamm, nicht jedoch auf der bayerischen Seite des Dreisessel-Plöckenstein-Massivs.

Nur große, hoch über der lokalen Schneegrenze des Würmhochglazials (z.B. Arber ± 1080 m, Rachel-Lusen ± 1110 m Höhe) gelegene Gletschernährgebiete, günstige Sonnen- und Windexposition sowie ein ideales Vorzeitrelief am Talende förderten das Entstehen großer Eismassen und ermöglichten die Konfluenz von Gletschern. Es entwickelten sich 14 Kar- und Talgletscher mit Längen bis zu 2,9 km. Die glazial bedingten Becken von Rachelsee sowie Gr. und Kl. Arbersee wurden entsprechend der 14C-Datierungen an der Sedimentbasis des Kl. Arbersee-Zungenbeckens vor gut 12.000 Jahren BP eisfrei.

Heute sind in den würmglazialen Moränen- und Eiszerfallslandschaften deutliche Spuren blockbedeckter Seitenmoränenwälle und Toteislöcher sichtbar. Der oberhalb 1100-1150 m Höhe in nicht vereisten Arealen flächenhaft verbreitete "verfestigte Schutt" wird als fossiler Permafrostboden interpretiert, der kaltzeitlich durch Firnbedeckung in nivaler Höhenstufe konserviert wurde. Alle "Grübenfelder"des Bayerischen Waldes sind ausnahmslos Ergebnis erfolgreicher mittelalterlicher Seifengoldgewinnung und nicht natürlicher Entstehung.

Wir hoffen auf eine spannende Diskussion.

Dr. Claus Bässler
Sachgebiet Naturschutz und Forschung