Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

  • Druckversion

Die Käfer des Bayerischen Waldes

Eine Ausstellung von Fridolin Apfelbacher

Maikäfer

Käfer bilden die artenreichste Gruppe unter den Insekten. Sie haben fast alle Lebensräume der Erde außerhalb der Meere erobert. Damit sind die Käfer eine große Erfolgsgeschichte der Evolution. Trotzdem denken bei „Käfer“ fast alle Menschen im Umfeld des Nationalparks Bayerischer Wald nur an den Einen, den Buchdrucker aus der Familie der Borkenkäfer.

Fridolin Apfelbacher hat sein Herz aber bereits vor vielen Jahren an die Käfer in ihrer gesamten Vielfalt verloren. Käfer im Wasser, in Wäldern, auf Wiesen und selbst im bäuerlichen Umfeld haben ihn fasziniert. Daraufhin hat er seinen Nachbarn Günther Geiss überreden können, eine flächendeckende Käferkartierung des gesamten Bayerischen Waldes durchzuführen. Von der Donau bis hin zu den Berggipfeln wurden nach einem festgelegten Raster die Vorkommen von über 2000 Arten erfasst.

Die dazugehörige Belegsammlung hat er glücklicherweise dem Nationalpark vermacht. Die sorgfältig aufgestellte Sammlung, in selbstgeschreinerten Kästen, ist die größte Käfersammlung mit Bezug zur Region des Bayerischen Waldes und damit einmalig. Weil sie aus einem großen Gebiet stammt und über einen bestimmten Zeitraum erhoben wurde, ist sie auch in ihrem wissenschaftlichen Wert unumstritten.

Durch die Anreicherung der Sammlung auch mit Arten aus den Tropen erfahren die Besucher wie vielfältig die Käfer in Farben, Formen und Größen sind. Hier erfährt man etwas über das Leben des Bombardierkäfers genauso, wie über die Entwicklung des Hirschkäfers im toten Holz.

Damit verbindet die Sammlung Wissenschaft und Pädagogik: heute können alle Besucher in der Nationalpark-Informationsstelle Spiegelau, die Formenvielfalt der Käfer bewundern. Wissenschaftler können auf Grundlage der Sammlung Veränderungen in der Artenzusammensetzung und der Vielfalt, von der Donau bis in den Nationalpark, beobachten.

Damit hat Fridolin Apfelbacher zusammen mit seinen Kollegen ein Stück Heimat von unschätzbarem Wert gehalten.

Nach einem Besuch der Sammlung wird wohl kaum noch jemand von nur „den Käfern“ sprechen.

Weiterführende Informationen